Beratungsbilanz 2019: AK-Hilfe brachte viel Geld. Experten der Arbeiterkammer in Tulln halfen in vielen Lebenslagen und planen Infomesse für Kinder.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 29. Februar 2020 (03:59)
Bezirksstellenleiter Günter Kraft und René Strametz zogen Bilanz: Insgesamt 4,8 Millionen Euro konnten Experten der Arbeiterkammer für ihre Mitglieder im Bezirk Tulln erreichen.
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Arbeits- und sozialrechtliche Beratung durch die Arbeiterkammer kann sich lohnen. Wie sehr, das stellte unter anderen auch ein Tullner fest, dem nach fast sechs Jahren Teilzeittätigkeit für einen Betrieb die Kündigung ausgesprochen wurde.

„Bei Durchsicht der Unterlagen zeigte sich: Der Mann wurde fristwidrig gekündigt“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Günter Kraft. Denn der Dienstgeber hätte sich eigentlich an eine gesetzlich und kollektivvertraglich geregelte Frist von drei Monaten zu einem Quartalsende halten müssen.

Dringende Empfehlung: Aufzeichnungen führen!

„Dadurch wurden dem Mann eine Kündigungsentschädigung für fast zwei Monate und entsprechende Sonderzahlungen vorenthalten – alles in allem beinahe 5.000 Euro“, erklärt der Arbeitsrechtsexperte. Die AK nahm Kontakt mit dem Arbeitgeber auf und machte die Ansprüche erfolgreich für den Tullner geltend. „Dieser Fall war rechtlich eindeutig und binnen 14 Tagen erledigt“, so Kraft weiter. Das sei aber eher die Ausnahme, meist gelte es noch viele Details abzuklären, etwa wann die Kündigung wie genau ausgesprochen wurde. Diese Fälle werden gerichtlich entschieden oder enden mit einem Vergleich mit beiderseitigem Entgegenkommen.

„Wir raten daher dringend, Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen, Dienstpläne zu fotografieren oder Gedächtnisprotokolle über geführte Gespräche zu führen“, betont Kraft. Das würde das Durchsetzen von Arbeitnehmer-Interessen und Ansprüchen enorm erleichtern. Insgesamt wurden im Bezirk Tulln 5.452 Beratungen, davon 2.281 telefonisch, durchgeführt. Für AK-Mitglieder konnten damit mehr als 4,8 Millionen Euro an finanziellen Leistungen erreicht werden.

„Arbeits- und Sozialrecht sind freilich nur ein Teilbereich, dazu kommen weitere Themen wie Lehrlings- und Jugendschutz, Beratungen zu Altersteilzeit, Pensionsantritt und Krankenstand und vieles mehr“, sagt Kraft. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit Schulen, etwa bei Bewerbungstrainings mit AK-Experten oder mit Behörden, beispielsweise mit der Polizei beim Infoabend zur Sicherheit am Arbeitsweg im Alltag am Donnerstag, 12. März.

Spielerisch in die Arbeitswelt eintauchen

Ganz neu in Tulln ist am 24. April „Berufe zum Angreifen“ - eine Infomesse für Kinder, die in Vösendorf bereits zum siebenten Mal erfolgreich veranstaltet wurde. „Das ist keine Konkurrenz zur Tullner Lehrstellenbörse“, betont Kraft, „hier geht es um den spielerischen Zugang: ausprobieren, angreifen, mitmachen.“ Zielgruppe seien die vierte und fünfte Schulstufe.