Feuerwehren sind fit für Lkw. Easy Drivers Fahrschulen und Feuerwehrschule bilden Fahrer aus.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 24. Mai 2019 (04:07)

Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Obermaißer ist zufrieden: „Aktuell ist mir nicht bekannt, dass bei einer unserer Wehren ein Mangel an C-Fahrern herrscht.“ Das führt er nicht zuletzt auf ein bewährtes System zurück.

Denn bereits seit 2007 bietet das Feuerwehr- und Sicherheitszentrum (vormals Landesfeuerwehrschule) in Kooperation mit Easy Drivers Fahrschulen dreitägige Seminare als ersten großen Schritt zum Erwerb des Lkw-Führerscheins an. „Das ist jetzt die 43. Auflage des Seminars und insgesamt hatten wir bereits mehr als 2.900 Teilnehmer“, berichtet Karl Jechsmayr, der nicht nur eine eigene Fahrschule in Waidhofen/Ybbs, sondern eben auch dieses Seminar leitet.

Die Ausbildung in Tulln ist dreitägig: Zu Beginn stehen Theorie, Vorschriften und Themen wie wirtschaftliches Fahren oder richtige Ladungssicherung auf dem Programm. Am zweiten Tag werden die Teilnehmer im Stationsbetrieb u.a. mit Sozialvorschriften (z.B. Lenk- und Ruhezeiten), dem EG-Kontrollgereät („Fahrtenschreiber“) oder der Druckluftbremsanlage vertraut gemacht. Außerdem stehen im Übungsdorf Fahrlehrer mit fünf Lkw für erste Praxiseinheiten bereit, als adrenalinsteigerndes Highlight auch Probefahrten im Überschlagsimulator.

„Am letzten Tag sind wir wieder im Lehrsaal, da dreht sich alles um Anhänger, von Dynamik und Physik über Technik bis hin zu den Vorschriften“, sagt Jechsmayr weiter. Der Großteil der Teilnehmer strebt die Führerscheinkombination C+E (Lkw mit schwerem Anhänger) an, 20 Prozent nur die Gruppe C, einige wenige lediglich den schweren Anhänger als Ergänzung zum B-Führerschein (dessen Besitz Teilnahmevoraussetzung ist).

„Für die Teilnehmer ist er um rund 30 Prozent billiger als in der Fahrschule“

Warum sich der Kurs in jeder Hinsicht lohnt? „Für die Teilnehmer ist er um rund 30 Prozent billiger als in der Fahrschule“, erklärt Jechsmayr, „wir sparen beim Organisationsaufwand.“ Häufig gibt es für die angehenden Lkw-Fahrer auch einen Zuschuss von ihrer Freiwilligen Feuerwehr oder von der jeweiligen Gemeinde. Nach dem Seminar brauchen „die Schnellen und Ehrgeizigen“ noch knappe fünf Wochen bis zum Erwerb der zusätzlichen Führerscheingruppe, durchschnittlich dauert es zwei bis vier Monate.

„Eine sehr gute Sache, die bei uns im Bezirk auch gut angenommen wird“, betont Bezirksfeuerwehrkommandant Obermaißer noch einmal, „so machen außerdem auch Leute den C-Führerschein, die ihn sonst vielleicht nie gemacht hätten.“