Freiheitlicher Disput: Thomas Zeimke rechnet mit FPÖ ab. FLÖ-Landeslisten-Zweiter kritisiert ehemalige Parteifreunde. Bors (FPÖ): „Ich weine ihm keine Träne nach.“

Von Thomas Peischl. Erstellt am 10. September 2017 (03:30)
NOEN, privat
Zog Schlussstrich bei FPÖ: Thomas Zeimke, jetzt FLÖ.

Thomas Zeimke war seit 2001 Parteimitglied der FPÖ, seit 2009 Obmann der FPÖ St. Andrä-Wördern. Kurzzeitig war er Bezirksparteiobmann, bis zuletzt designierter Nachfolger von Hans Burgstaller als Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer. Doch jetzt kandidiert der St. Andrä-Wörderner bei der Freien Liste Österreich landesweit als Nummer 2 hinter Barbara Rosenkranz für den Nationalrat. Mit der NÖN sprach Zeimke exklusiv über die Hintergründe.

„Ich habe immer offen meine Meinung gesagt und das tut innerhalb der FPÖ eben nicht gut“

Unstimmigkeiten im Bezirk und mit der FPÖ-Landespartei habe es schon seit 2012 gegeben. „Ich habe immer offen meine Meinung gesagt und das tut innerhalb der FPÖ eben nicht gut“, sagt Zeimke. Wobei er betont, dass es vor allem Bezirksparteiobmann Andreas Bors und dessen Stellvertreter Andreas Spanring wären, die alles unternommen hätten, um ihn in der Ortspartei St. Andrä-Wördern zu demontieren.

„Bis es ihnen schließlich bei einem statutenwidrigen Ortsparteitag 2017 gelungen ist“, ärgert sich Zeimke, „aber selbst dann nur durch Losentscheid.“ Statutenwidrig? „Da gab es viele Unstimmigkeiten. Leute, die nicht abstimmen hätten dürfen, durften, weil sie gegen mich waren. Anderen, die das Recht gehabt hätten, wurde es verwehrt, weil sie für mich waren“, erklärt Zeimke. Bors kenne die Regeln der eigenen Partei nicht: „Für mich ist er ein typischer Karrierist. Die Partei ist ihm vielleicht nicht egal, aber in erster Linie ein Mittel zum Zweck für das eigene Vorankommen.“

Besonders enttäuscht sei er aber vom neuen Obmann der FPÖ St. Andrä-Wördern, Christian Gsandtner. „Er war mein Trauzeuge und ich dachte sogar, er sei mein bester Freund“, bedauert Zeimke, „aber im letzten halben Jahr, als sich die Lage zuspitzte, war er involviert. Bors und Spanring dürften ihm zu sehr zugesetzt haben.“

Zeimke zog bei FPÖ einen Schlussstrich

Als dann auch bei den Freiheitlichen Arbeitnehmern gegen ihn lobbyiert wurde, zog Zeimke einen Schlussstrich. Er legte alle Funktionen in der FPÖ zurück: „Nur Kammerrat und ,wilder Gemeinderat’ bin ich noch immer.“

Und dann kam ein Telefonanruf von Barbara Rosenkranz: „Sie hat mir angeboten, wirklich etwas bewegen zu können. Da fiel mir die Entscheidung leicht.“ Zeimke wird auch bei der Landtagswahl 2018 bei der FLÖ „weit vorne“ antreten.

FPÖ-Bezirksparteiobmann Andreas Bors nimmt die Abrechnung gelassen zur Kenntnis: „2012 wurde Thomas Zeimke bei einem Bezirksparteitag deutlich abgewählt, zuletzt auch in der Ortsgruppe knapp, aber ordentlich, was übrigens unser Landesparteigericht bestätigt hat.“ Zwar verstehe Bors die Enttäuschung Zeimkes, aber: „Er ist leider ein schlechter Verlierer und damit passt er zur Liste FLÖ, diesem Sammelsurium von Verlierern. Ich weine ihm keine Träne nach.“