„Gansl to go“: Ganslschmaus, heuer z’Haus. Bezirk Tulln: Der traditionelle Gänsebraten rund um Martini kann dieses Jahr nur in den eigenen vier Wänden genossen werden.

Von Christa Wallak, Helga Urbanitsch und Doris Firmkranz. Erstellt am 11. November 2020 (04:14)

Wer dieses Jahr nicht auf das traditionelle Martinigansl verzichten will, muss entweder selbst ran an den Herd oder er ordert seinen Gänsebraten beim Wirt seines Vertrauens. Viele Gaststätten und Restaurants im Bezirk bieten Abhol- und/oder Lieferservice an.

So beinhaltet die Online-Speisekarte des Gasthauses zum goldenen Kreuz in Feuersbrunn in der Woche rund um den 11. November Ganslcremesuppe mit Bröselknöderl und (bei Bestellung am Vortrag) ein Martinigansl mit Rotkraut und Waldviertlerknödel samt staubigem Jungwein. Die Abholung ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 13 Uhr möglich.

„Stammgäste bleiben uns auch heuer treu.“ Wirt Andreas Maurer

Zufrieden ist Andreas Maurer vom Gasthaus zum Goldenen Adler in Großweikersdorf. Bei Vorbestellung bis Donnerstag kann man sich hier an den drei Sonntagen im November, zwischen 11 und 12.30 Uhr Martinigans mit Erdäpfelknödel und Rotkraut abholen. „Meine Stammgäste, die jedes Jahr zum Ganslessen zu uns kommen, bleiben uns auch heuer treu. Alle, die schon bei uns reserviert hatten, nehmen nun ihr Gansl mit und essen es zu Hause“, freut sich Maurer.

Über rege Nachfrage berichten auch Gabriele Köckeis vom Gasthof Reif in Judenau, Karin Stöger von der „Mühle“ in Abstetten und der Tullnerfelderhof.

Auch im Gasthaus Schreiblehner in Atzelsdorf wird emsig gebraten und gebrutzelt. Bereits am ersten Wochenende im November landeten dort 50 Stück Gänse in der Bratröhre. „Unter normalen Umständen haben wir auch an die 200 Stück an einem Wochenende geschafft“, erinnert sich Koch Florian Nestelberger an Zeiten vor der Pandemie zurück.

Ähnlich stellt sich die Lage in der Bezirkshauptstadt dar. Im Gasthaus „Zum Goldenen Schiff“ ist Chef Thomas Baumgartlinger sehr zufrieden mit der großen Nachfrage. „Wir freuen uns sehr, dass unser Lieferservice so toll angenommen wird, und ich sage ein herzliches Dankeschön an unsere Gäste, auf die man sich verlassen kann“, freut sich der engagierte Wirt und holt die gesamte Küchenmannschaft vor den Vorhang: „Ohne sie wäre das alles nicht möglich.“

„Wir freuen uns sehr, dass unser Lieferservice so toll angenommen wird, und ich sage ein herzliches Dankeschön an unsere Gäste, auf die man sich verlassen kann“

Auch noch am kommenden Sonntag wird der Ganslschmaus in der Wienerstraße zubereitet und kann von dort abgeholt oder direkt ins Haus geliefert werden.

Schon seit 14 Jahren bereitet Wolfgang Bess Gansl-Köstlichkeiten zu. Samstag, 14., und Sonntag, 15., können diese im „Salz und Pfeffer“ abgeholt werden. „Bei Bedarf wird die Gansl-zeit noch auf die übernächste Woche ausgeweitet. Bitte bis Donnerstag bestellen!“, appelliert der Gastronom.

Viele Tullner dürften jedoch ihre Liebe zum Do-it-yourself entdeckt haben, denn die Nachfrage nach frischen Gänsen ist laut Fleischhauerei Schmölz „so groß wie nie“. Diese kommen heuer erstmals von der eigenen Verwandtschaft, quasi gleich um’s Eck: Am Hof von Markus und Maria Schreiber in Langenlebarn tummelten sich seit Mai bis vor kurzem auf rund 7.500 m² 250 Weidegänse.

„Martinigänse, die jetzt nicht verkauft werden können, werden geschlachtet und tiefgekühlt. Wenn man bis Weihnachten zuwartet, sind sie zu schwer und außerdem gibt es für diesen Termin schon eine eigene Zucht“, erläutert Eveline Ecker von Wagramgeflügel in Neustift im Felde.

600 dort herangewachsene Weidegänse sollten zu Martini auf den Tellern der Konsumenten landen. „Unsere Kunden in der Gastronomie bieten kaum Gansl zur Abholung an und haben daher die Abnahme vorerst gestoppt, mit der Aussicht, dass sie das Ganslessen nachholen, sobald wieder normale Öffnungszeiten möglich sind“, sagt Eveline Ecker.

„Wir bemerken aber seit einigen Tagen eine starke Nachfrage von Privatkunden, die von uns ab Hof oder über den Würstl-stand ‚Ois Wuascht‘ bei der Bildereiche in Tulln beliefert werden“, bestätigt Ecker den Trend zum Braten in den eigenen vier Wänden.

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