Harter Lockdown: Jeder muss Beitrag leisten. Wie wirkt sich die zweite komplette Stilllegung im Bezirk Tulln aus? Die NÖN sah sich in den Gemeindestuben um und befragte Bürgermeister.

Von Helga Urbanitsch, Doris Firmkranz und Monika Gutscher. Erstellt am 18. November 2020 (04:38)
Peischl

Zeiselmauer-Wolfpassing ist eine der wenigen Gemeinden, in der die Zahl der Corona-positiv-Getesteten rückläufig ist, „aber, wie wir alle wissen, kann sich das sehr schnell ändern“, sagt Bürgermeister Martin Pircher, „die neuen Maßnahmen sind wahrscheinlich notwendig, um die Gesundheit der Bevölkerung aufrecht zu erhalten.“

Die Gesundheit der Menschen steht auch beim Tullner Bürgermeister Peter Eisenschenk an erster Stelle: „Wir von der Stadtverwaltung aus werden uns bemühen, wie schon im Frühjahr, für alle Mitbürger das Beste aus der Situation zu machen“, zeigt sich der Bürgermeister zuversichtlich.

Königstettens Bürgermeister Roland Nagl wird „natürlich die neuen Maßnahmen umsetzen“ und hofft, dass diese strengen Maßnahmen bald enden. Er merkt weiters an: „Ignoranz und der Schlendrian in der Gesellschaft haben uns dazu gebracht, dass wir wieder da stehen, wo wir jetzt sind.“

„Eigenverantwortung ist dringend notwendig“

Von der „Eigenverantwortung gegenüber unseren Mitmenschen, die jetzt dringend notwendig ist“, spricht der Felser Bürgermeister Christian Bauer. Weiters betont er, dass wir die Situation sehr ernst nehmen müssen, „jeder muss seinen Beitrag leisten, damit die Versorgung aller Patienten in den Spitälern gewährleistet ist.“

Zwentendorfs Bürgermeisterin Marion Törok hat die für Mittwoch anberaumte Gemeinderatssitzung abgesagt. Statt dessen haben die Gemeinderäte die Tagesordnung per E-Mail erhalten, die Abstimmung erfolgt mittels Umlaufbeschluss. Diese neue Form der Gemeinderatssitzung gestattet aufgrund der Ausnahmesituation das Land Niederösterreich noch bis 31. Dezember. Tagesordnungspunkt ist unter anderem auch die Auftragsvergabe für das Großprojekt Rathaus.

Török: „Das Bürgerservice ist unter strengen Auflagen noch offen.“ Bei den Gemeindebediensteten gilt Journaldienst. Sie wurden angewiesen, größtmögliche Vorsicht walten zu lassen. Offen, wenn auch unter strengen Sicherheitsmaßnahmen, ist außerdem das Gemeindesammelzentrum, eingestellt vorläufig bis 6. Dezember wurde hingegen der Schulbus.

Török bedauert, Jubilare und Geburtstagskinder derzeit nicht persönlich aufsuchen zu können. „Ich übermittle meine Glückwünsche nun eben telefonisch“, berichtet die Ortschefin. „Ich denke, das ist immer noch besser als es auf einen unbestimmten Zeitpunkt zu verschieben.“

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