Kirchenvertreter gehen aufgrund der Krise neue Wege. Kirchenvertreter gehen neue Wege, um auch in schwierigen Zeiten „geistig-geistlich“ zusammenzurücken.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 18. März 2020 (03:26)
Leere Bänke in der Stadtpfarrkirche Tulln St. Stephan, so wird es bis (vorläufig) 3. April bleiben.
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Bis 3. April dürfen auf Anordnung des bischöflichen Ordinariats keine Gottesdienste und pfarrlichen Veranstaltungen stattfinden.

„Wir halten uns selbstverständlich an alle diese Richtlinien“, verkündet Pfarrer Christoph Kowalski von der Pfarre St. Stephan und ist zuversichtlich: „Zusammen gehen wir durch diese schwere Zeit. Unsere Kirche bleibt weiterhin geöffnet, jeder kann zum Gebet kommen.“ Auch Hilfestellung wird in der Pfarre angeboten. Kowalski verwies auch auf Gottesdienste in Radio, TV und Internet. Auch diverse Internetstreaming z.B. vom Stift Heiligenkreuz und den bekannten Wallfahrtsorten wie Lourdes und Fatima stehen den Gläubigen zur Verfügung.

Pfarrer Christoph bei der Segnung für die Stadt mit der Bitte um Schutz vor dem Corona Virus, für alle Kranke und alle, die weiterhin ihren Dienst zum Wohle der Stadt verrichten. Ausdrücklich betont der Pfarrer, dass dies keine öffentliche Veranstaltung sei, er kommt täglich alleine mit dem Allerheiligsten zur Dreifaltigkeitssäule und spricht ein kurzes Segensgebet.
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Als Zeichen des Glaubens und der Bitte um Schutz wird Christoph Kowalski täglich um 12 Uhr bei der Tullner Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz, die im 17. Jahrhundert als Pestsäule errichtet wurde, um den Segen für die Stadt bitten. „Das ist keine öffentliche Andacht, sondern wird von mir alleine oder den Kaplänen durchgeführt.“

Ein klares Statement kommt auch von der Pfarre St. Severin: „Für uns in St. Severin war es mit der Einschränkung auf 100 Personen klar, dass wir die nächsten drei Sonntagsgottesdienste absagen, was wir auch bereits am Donnerstag, 12. März vorgenommen haben. Das war und ist für uns keine religiöse Entscheidung, sondern eine pragmatische Lösung und ein Anteil, zur Reduzierung der Ausbreitung des Coronavirus beizutragen“, bringt es Wolfgang Apfelthaler auf den Punkt.

Die evanglische Pfarrerin Ulrike Nindler ruft zum Dienst am Nächsten auf und setzte die notwendigen Maßnahmen der Aussetzung der Gottesdienste bereits ab 15. März um „Wir als Pfarrgemeinde kommen mit dieser Anordnung den Anweisungen des Bischofs nach.“

Glocken läuten als Zeichen der Verbindung

Die Kirche in der Grottenthalgasse ist zu den sonst üblichen Gottesdienstzeiten und darüber hinaus nach Möglichkeit geöffnet. „Ich selber bin telefonisch oder per mail seelsorgerlich erreichbar. Ich lade ganz herzlich dazu ein, mit den Menschen in medialem Kontakt zu bleiben und den Dienst am Nächsten in der jeweils gegebenen Form wahrzunehmen“, so Ulrike Nindler.

Dechant Gregor Slonka betont, dass die Kirchengemeinschaft die „Sorge für das Gemeinwohl in unserem Land“ mitträgt und, dass es wichtig sei, „geistig-geistlich“ zusammenzurücken. Kommunikation und Kontakt müssen aufrecht erhalten bleiben. Die Sorge füreinander und gerade für diejenigen, die es jetzt am dringendsten brauchen, dürfe nicht enden. Slonka: „Gottes Geist mache uns mutig und erfinderisch, neue Formen auszuprobieren! Beten wir gemeinsam für alle Kranken, Pflegenden und Ärzte und für alle, die verantwortungsvolle Aufgaben zu tätigen haben. Ich schließe Sie und Euch alle in meine Gebete ein und wünsche Gesundheit, viel Kraft, und Zuversicht.“

Außerdem zitiert er Diözesanbischof Schwarz der die Priester auffordert: „Haltet Euch an fixe Zeiten und schaltet die Glocken ein, wenn ihr Messe feiert, damit sich Menschen mit Euch im Gebet verbinden können.“