Getränkefirma Bayer ist in Turbulenzen geraten. Getränkefirma Bayer GmbH & Co KG ist in Turbulenzen geraten. Juniorchef, Gläubiger und Bürgermeister glauben aber an die Kehrtwende.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 01. August 2018 (05:00)
Bayer

„Keine Feier ohne Getränke Bayer“, lautet ein Slogan der Getränkefirma Bayer GmbH & Co KG in Königsbrunn. Der größte Getränkelieferant des Bezirks Tulln befindet sich in gehörigen Turbulenzen. „Wir werden alles dafür tun, dass wir die Kehrtwende schaffen. Wir wollen wieder richtig durchstarten“, gibt sich Franz Bayer jun. im Gespräch mit der NÖN kämpferisch.

Die nackten Zahlen sprechen auf den ersten Blick, eine recht deutliche Sprache: 112 Gläubiger und 31 Arbeitnehmer sind betroffen. Den Aktiva von 588.000 Euro stehen Passiva von etwa 4,15 Millionen Euro gegenüber. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

„Die Firma hat am Landesgericht St. Pölten den Antrag auf Eröffnung des Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt“, berichtet Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform.

Für Juniorchef Franz Bayer ist das aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir werden alles daran setzen die Arbeitsplätze zu erhalten und sind mit allen Gläubigern in einem sehr guten Kontakt verblieben. Die Brauereien stärken uns ebenfalls den Rücken“, schaut er optimistisch in die Zukunft. Als Grund für die Turbulenzen führt Franz Bayer jun. Umsatzrückgänge und den Preiskampf mit dem Lebensmittel-Großhandel an.

Bürgermeister glaubt an Weiterführung

„Die strengeren Compliance-Vorschriften, wonach man alkoholische Getränke nicht mehr steuerfrei verschenken kann, haben uns ebenfalls getroffen“, erklärt Bayer. Bei dem Sanierungsverfahren handelt es sich lediglich um die Firma GBK Getränke Bayer GmbH & Co KG. „Das Weingut Franz Bayer und die Bayer Weine GesmbH sind nicht davon betroffen“, stellt Franz Bayer jun. klar.

Geschockt von der Nachricht über das Sanierungsverfahren zeigt sich auch Königsbrunns Bürgermeister Franz Stöger: „Das würde einen Ausfall an Kommunalabgaben bedeuten. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Betrieb weitergeführt werden kann, vor allem wegen der vielen Mitarbeiter, die zum Großteil aus unserer Gemeinde kommen.“ Die Firma sei aber auch ein steter Sponsor vieler heimischer Vereine und Institutionen.

„Feste und Feiern sind ohne die Unterstützung des Getränke-Riesen kaum denkbar“, wie es Gemeindechef Stöger ausdrückt. Gleichzeitig betont er die enorme Wichtigkeit des Betriebs in seiner Gemeinde: „Familie Bayer hat schon in der Vergangenheit immer wieder viele Feste beliefert und ist dabei seinen Kunden immer besonders entgegen gekommen.“