Lehrlinge weiter gesucht. Veranstalter sprechen von bisher bester Lehrstellenbörse. Viele Stellen sind aber nach wie vor offen.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 29. November 2019 (03:05)
Die Lehrstellenbörse im Minoritenkloster war gut besucht, im Bild etwa der Stand der Fliegerwerft Langenlebarn.
Urbanitsch

Die jüngste Lehrstellenbörse von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, AMS und Stadtgemeinde im Atrium war ein voller Erfolg. Trotzdem können viele Unternehmen freie Lehrstellen nach wie vor nicht besetzen. An der Informationsplattform scheitert es jedenfalls nicht, sie wurde reichlich genützt.

„Wir haben rund 190 Private und noch einmal 160 Personen über Schulen erreicht“, berichtet Robert Gutscher vom Unternehmensservice der Stadtgemeinde Tulln im Zuge eines Bilanzgesprächs bei der Wirtschaftskammer Tulln. Erstmals wurde für Besucher ein elektronisches Feedback-Terminal eingerichtet und die Rückmeldungen waren zu 74 Prozent positiv.

Durchwegs positiv war auch das Feedback der Unternehmen, die sich präsentierten. „Das war die bisher beste Tullner Lehrstellenbörse, bei der wir dabei waren“, war aus der Runde mehrfach zu hören.

Sehr unterschiedlich fielen die Rückmeldungen in Sachen Schulen aus. Einerseits war die Rede von sehr guten Gesprächen mit Schülern, Eltern und Lehrern. Andererseits wurde von einer Lehrerin berichtet, die die Schüler mit den Worten „Geht durch, ich warte hier und in einer Stunde seid ihr wieder bei mir“ losgeschickt haben soll.

Echtes Interesse deutlich gestiegen

Josef Buchmayr, selbst Lehrer und an der NMS 1 Tulln auch für Berufsorientierung zuständig, machte sehr gute Erfahrungen damit, im Vorfeld die tatsächlich interessierten Schüler herauszufiltern: „Wir haben zwei bis drei pro Klasse, insgesamt rund 20 Leute mitgenommen. Das gab dann auch sehr gute Rückmeldungen.“

Generell sei es gelungen, das echte Interesse zu steigern, betont auch Günther Mörth von der Wirtschaftskammer Tulln: „Wir hatten deutlich mehr Eltern, die mit ihren Kindern zur Börse kamen.“ Trotz der guten Bilanz wollen sich Veranstalter und Teilnehmer nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Für 2020 soll der gebotene Branchenmix weiter optimiert werden. Von Besuchern vermisst wurden beispielsweise IT- und klassische Mädchen-Berufe.

Wie wichtig die Lehrstellenbörse und das beharrliche Trommeln von „Karriere mit Lehre“ sind, zeigte eine Spontan-Erhebung der verfügbaren Lehrstellen: Bei den zwölf Unternehmen, die bei der Nachbesprechung anwesend waren, sind es stolze 39.