Nahversorgung hat Zukunft: „Gibt alles, was ich brauch“. Persönlichkeit, Qualität und vielfältige Zusatzangebote punkten bei den Einkäufern und Gästen.

Von Helga Urbanitsch und Monika Gutscher. Erstellt am 27. November 2019 (03:37)
„Die Plauderei“-Inhaberin Christa Geiger und zwei der zahlreichen Stammgäste, Günther Vacha und Lisa Strache, sind gern und sehr oft im Muckendorfer Nahversorger mit Kaffeehaus anzutreffen.
Gutscher

Nahversorgung sichert Lebensqualität und trägt wesentlich zur Werteerhaltung des lokalen Umfeldes bei. Sie stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und sichert somit Arbeitsplätze. Nah dabei, die Produkte und Dienstleistungen dort zu verkaufen, wo sie am meisten wertgeschätzt werden: in der eigenen Umgebung.

Auch im Ortszentrum von Muckendorf hat vor etwas über drei Jahren ein Nahversorger geöffnet: Mittlerweile ist „Die Plauderei“ als Treffpunkt und Einkaufsmöglichkeit nicht mehr wegzudenken. Stammgast Günther Vacha ist mehrmals die Woche dort: „Hier gibt es freundliches Personal und es wird auf Kundenwünsche eingegangen.

„Gesellschaft ist ein wichtiger Teil des Lebens.Christa Geiger, Inhaberin der „Plauderei“

Man kann sich mit Freunden treffen und ein Bier trinken.“ Auch Lisa Strache ist gerne in der Plauderei, weil „ich’s hier mag und weil es gutes Essen gibt.“

Ein zentrales Erfolgsgeheimnis dieses Geschäfts ist die Kombination Nahversorgung und Kaffeehaus. In gemütlicher Atmosphäre kann man hier nicht nur an jedem Tag in der Woche seine Einkäufe erledigen, sondern auch bei einem Frühstück, Snack, Bier oder dergleichen Freunde treffen und nett „plaudern“. Inhaberin Christa Geiger freut sich über die erfolgreiche Annahme im Ort und auch in der Umgebung. „Muckendorf ist anders, wir sind gesellig“, erzählt sie schmunzelnd gegenüber der NÖN. „Hier kennt jeder jeden, wir sind wie eine Familie.“

Die Plauderei bietet neben den wichtigsten Sachen des Alltags auch viel Regionales an. Kaffee, Brot, Eier, Säfte, Gemüse, Obst und selbst der Großhändler stammen aus der Umgebung. Zum Erfolg führten auch die Zusatzangebote, wie etwa Geschenkkörbe, Brötchen und die Möglichkeit dort zu feiern.

„Bio am Platz“ Inhaberin Christiane Wegger führt ihr Geschäft seit 2014 am Tullner Hauptplatz - und das mit großer Leidenschaft zur Bioqualität und Nachhaltigkeit. „Bei uns gibt es alles, vom Apfel bis zur Zahnpasta, in Bioqualität“, weiß die Geschäftsfrau. Hier kann man Obst und Gemüse, das täglich frisch geliefert wird, auch stückweise kaufen, „das hilft gegen Lebensmittelverschwendung. So kauft man wirklich nur das, was man braucht.“ Ihre Lieferanten sind regionale Bauern und Bio- Großhändler. „Bio ist das Normale, es ist auch mein Motor, den ich füttere und zum Laufen bringen muss“, erklärte Christiane Wegger, der auch ein gesunder Mittagstisch wichtig ist. Jeden Tag werden zwei Menüs angeboten (die auch in recycelbarer Verpackung mitgenommen werden können). Dieses Essensangebot wird sehr gerne angenommen, die Menschen legen immer mehr Wert auf gesunde Ernährung.“

Wöchentlich stehen 60 verschiedene Brotsorten und 100 verschiedene Käsesorten zum Verkauf. „Unsere Feinkostabteilung ist über die Grenzen Tullns hinaus bekannt“, freut sich Wegger. Beratung und Freundlichkeit werden großgeschrieben. Birgit Schmidberger legt größten Wert auf gesunde Ernährung und kauft seit 25 Jahren biologische Produkte ein. „Ich kaufe hier täglich ein, weil es bei ‚Bio am Platz‘ alles gibt, was ich brauche“, freut sich die Stammkundin, die das große Angebot und die kompetente, freundliche Beratung schätzt, „dann wird auch etwas bestellt, das nicht im Sortiment ist.“

In Großriedenthal betreibt Gertrude Teubler seit 20 Jahren ein feines Gemischtwarengeschäft, das allerdings nicht täglich geöffnet hat. Samstag Vormittag und gelegentlich unter der Woche. Die Kunden schätzen ihr großes Engagement. „Bei mir gibt es alles außer Brot, wichtig ist fairer Handel.“

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