Neue Hundehalter-Novelle: Noch ist nix fix. Auf verantwortungsbewusste Hundehalter kommen vielleicht bald neue Verpflichtungen zu. Hundehalter im Bezirk reagieren jedoch gelassen.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:40)
ÖGV-Obmann Johann Pasching vor dem Klubhaus und die Vereinsmitglieder Katrin Ossberger (Trainerin), Sylvia Gorkiewicz und Brigitta Siegel mit ihren vierbeinigen Lieblingen.
Firmkranz

Liegt es an der Sommerpause oder etwa an Corona? Die für Niederösterreich geplante Gesetzesnovelle zum Hundehaltegesetz schlägt derzeit noch keine allzu großen Wellen. Obwohl es den zahlreichen Hundebesitzern weitere Pflichten auferlegen würde (siehe Seite 2).

Der Österreichische Gebrauchshundesportverband (ÖGV) ist ein Spezialverein für die Ausbildung von Hunden und Hundeführern und gestaltet die Kurse nach den neuesten Erkenntnissen der modernen Hundeerziehung.

„Ein Beratungsgespräch vor Anschaffung eines Hundes wäre durchaus zu begrüßen.“ Manfred Rappold (ÖGV)

Nachdem es außer der von den Medien berichteten beabsichtigten Novellierung des Niederösterreichischen Hundehaltegesetzes bislang keine publizierte Gesetzesvorlage gibt, wäre es laut dem stellvertretenden Obmann des ÖGV Tulln, Manfred Rappold, nicht angebracht, aus heutiger Sicht ein Statement abzugeben.

„Was wir allerdings schon bemerken ist, dass einige Hundehalter, die im Rahmen der Grundausbildung den Sachkundeunterricht absolvieren, oft sehr überrascht sind, wenn sie erfahren welche rassebedingten Wesensmerkmale ihre Hunde haben, was bei der Haltung zu beachten ist und wie sie das Verhalten ihres Hundes deuten können“, beschreibt Rappold seine Erfahrungen, „also ein Beratungsgespräch vor der Anschaffung eines Hundes wäre durchaus zu begrüßen.“

Das Hundehaltegesetz sollte jedoch nicht nur in Niederösterreich gelten, sondern einheitlich sein und österreichweit gelten. Etwa um Probleme bei einem Wohnortwechsel zwischen den Bundesländern zu vermeiden.

Die Stadtgemeinde Tulln setzt statt blinder Reglementierungswut beim Thema Hund auf Aufklärung und die Bereitschaft zur gegenseitigen Rücksichtnahme.

So ist etwa An- und Abmeldung Pflicht: Hunde müssen bei der Stadtgemeinde Tulln (Bürgerservice) angemeldet und bei Ableben oder Umzug wieder abgemeldet werden. Die Hundeabgabe wird immer zu Beginn eines Jahres vorgeschrieben. Auch eine Registrierung des Hundes via Mikrochip auf den Besitzer ist Pflicht.

Maulkorb und/oder Leine sind im Gemeindegebiet gesetzliche Pflicht und geben dem Gegenüber Sicherheit. Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential und auffällige Hunde jedoch müssen Maulkorb und Leine tragen.

Doch wie man es auch dreht und wendet – die Verantwortung liegt ganz allein beim Hundehalter. Oder wie es Gemeinderätin Annemarie Eißert, ehemalige Hundezüchterin und heute stolze Besitzerin dreier Mischlingshunde ausdrückt:: „Problemhunde gibt es nicht. Das eigentliche Problem ist immer am anderen Ende der Leine zu finden.“

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