Pflegebedürftige Mutter wurde bedroht. Ein Mann muss sich wegen gefährlicher Drohung gegen eigene Mutter verantworten.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 12. Februar 2020 (03:27)
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„Ich setz dir die Spritze, damit du endlich abkratzt. Bald kannst du dir die Kartoffeln von unten anschauen“. Wegen dieser gefährlichen Drohung gegen seine Mutter steht ein 45-jähriger Österreicher aus dem Bezirk Tulln vor Gericht.

Mehrfach angezeigt wegen Wutausbrüchen

Er ist angeklagt, seine pflegebedürftige Mutter im Zuge verbaler Streitigkeiten bedroht zu haben, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Seit vielen Jahren pflegt der Mann seine Mutter bereits.

„Ich habe sie an ihre Arthrosespritze erinnert und gesagt, dass sie sich die Spritze endlich verabreichen soll“, erklärt der 45-Jährige. Den Rest habe er zu sich selbst gesagt, meint der Angeklagte.

Der Mann war bereits mehrfach wegen Wutausbrüchen gegen seine Mutter angezeigt worden.

„Haben Sie eine psychische Störung?“, fragt ihn der Richter. „Nein“, antwortete der Angeklagte.

Laut einer Zeugin haben sich Mutter und Sohn gegenseitig beschimpft, als er betrunken vom Gasthaus heimgekommen ist. Er habe sie aber nicht bedroht. Da sich die Mutter einer Aussage entschlägt, wird der 45-Jährige freigesprochen.

„Künftig behandeln Sie ihre Mutter aber bitte besser“, rät der Richter dem 45-jährigen Mann zum Abschluss der Verhandlung.