Reparieren statt ab in den Müll. Reparatur defekter Geräte schont Umwelt und Geldbörsel.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:00)
Knöpfl
Edeltraud Zehetner und Enkelin Katharina Zehetner halten den Umweltgedanken hoch.

Vor einiger Zeit wurde die Initiative „Reparieren statt Wegwerfen“ ins Leben gerufen. „Die Reparatur von defekten Geräten stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Dies wäre ein wesentlicher Beitrag zur Abfallvermeidung und somit auch aktiver Klimaschutz.

Als „Zuckerl“ unterstützt das Land Haushalte mit bis zu 100 Euro, wenn ein defektes Elektrogerät nicht einfach durch ein neues ersetzt, sondern zur Reparatur gebracht wird. Entsprechende Betriebe findet man im Reparaturführer unter www.reparaturfuehrer.at. Neben der finanziellen Hilfe für die Konsumenten sei laut Pernkopf die Aktion zudem „ein Impuls für die Reparaturbetriebe.“

Im Tullnerfeld sind solche Betriebe (noch) spärlich gesät. Lediglich im Westen des Bezirkes gibt es mehrere Partnerunternehmen. Eines davon ist die „Fernseh Profi Handels- & Service GmbH“ mit Sitz in Heiligeneich. Hier werden neben verschiedenster Geräte der Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Radio und Hifi-Anlagen auch Satellitenanlagen und Haushaltsgeräte zur Reparatur angenommen. Franz Niederhametner, einer von drei Geschäftsinhabern, begrüßt die Aktion „Reparieren statt Wegwerfen“ grundsätzlich und bedauert gleichzeitig: „Schade, dass das Ganze nur online abgewickelt werden kann. Ältere Kunden sind damit oft überfordert.“ Zudem sei es nicht immer einfach, festzulegen, ab welchem Betrag sich eine Reparatur tatsächlich lohnt.

„Solange Diskonter Waschmaschinen zum Spottpreis verschleudern, ist ein Umdenken schwierig“, so die Meinung von Edeltraud Zehetner.

„Veränderung geht nicht von heute auf morgen“

Ihre Haustechnik-Firma in Zwentendorf ist ebenfalls im Reparaturführer aufgelistet. „Noch überwiegt die Wegwerfmentalität, doch ein Umdenken geht nicht von heute auf morgen. Für Veränderungen braucht es Zeit,“ so die Geschäftsfrau. Die Initiative „Reparieren statt Wegwerfen“ sei jedenfalls ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.

Wolfgang Ecker (NÖ Wirtschaftskammer) über erste Erfahrungen: „Der Reparaturbonus wird sehr gut angenommen. Auch das Feedback zur Aktion an sich und zur Idee dahinter – Dinge nicht wegzuwerfen, sondern auf Reparaturen zu setzen – ist außerordentlich gut.“

Mit dem Reparaturbonus werde ein aktives Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft sowie ein wertvoller Impuls für die Reparaturbetriebe gesetzt. „Regionale Wertschöpfung und damit Unternehmen und Ausbildungsplätze in den Regionen werden damit gestärkt,“ betont Ecker.

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