Schwere Bedingungen: Zahl der Bauern mehr als halbiert. Bezirksbauernkammerobmann Hermann Dam über Schädlinge, Wetterkapriolen und das Bauernsterben im Bezirk.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 30. Mai 2018 (05:25)
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Hermann Dam vor einem Weizenfeld in unmittelbarer Nähe seines Hofs in Absdorf: „Hier ist der aktuelle Fruchtstand noch gut, bei Schotterflächen schaut das ganz anders aus.“
NOEN, Peischl

Ein rekordverdächtig heißer April, Unwetter, Rüsselkäferplage und extrem niedrige Marktpreise für landwirtschaftliche Produkte, es gab schon einfachere Zeiten für Landwirte.

Wen wundert es angesichts dieser Bedingungen, dass es im Kammerbezirk Tulln (mit Klosterneuburg und Purkersdorf) 1995 noch 2.060 landwirtschaftliche Betriebe gab, und 2018 nur mehr 952 verzeichnet sind (Anm.: Es handelt sich um die Zahl der Betriebe, die sich an EU-Programmen beteiligen, was aber etwa der Gesamtzahl entspricht).

„Das berühmte Jammern der Bauern wird häufig zitiert, aber derzeit ist es leider oft wirklich mehr als gerechtfertigt“

Einer, der auf jeden Fall weitermacht und sehr glücklich darüber ist, dass auch seine Tochter und deren Mann den Hof weiterführen werden, ist Bezirksbauernkammerobmann Hermann Dam. „Das berühmte Jammern der Bauern wird häufig zitiert, aber derzeit ist es leider oft wirklich mehr als gerechtfertigt“, sagt der erfahrene Landwirt, der seinen Vierkant-Hof in Absdorf in fünfter Dam-Generation führt.

Da ist etwa die jüngste schwere Prüfung für alle Rübenbauern im Zuckerfabrik-Bezirk Tulln: Neben zu früher Hitze und Unwettern setzte vor allem der Rüsselkäfer den Rübenfeldern stark zu. „Es gibt noch keine genauen Daten. Aufgrund der teils starken Regenfälle der letzten Tage gibt es Flächen, die noch nicht begutachtet werden konnten, die Agrana erhebt das noch“, erklärt Dam. Aber man geht von etwa 10.000 Hektar Rübenfläche aus, die zerstört wurden. „Das ist lokal sehr unterschiedlich, aber in manchen Gebieten ist der Käfer noch immer aktiv“, so Dam weiter.


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