Strafe für Fahrerflucht trotz Zettel an der Scheibe. Eine Tullnerin fuhr an ein parkendes Auto an und hinterließ ihre Nummer an der Windschutzscheibe. Das reicht gesetzlich nicht aus – sie muss 150 Euro Strafe zahlen.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 12. Februar 2020 (04:30)
Ein Zettel mit Kontaktdaten reicht nicht aus. Polizei muss unverzüglich informiert werden.
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Ein an die Windschutzscheibe gehefteter Zettel mit der eigenen Nummer reicht bei Parkschäden nicht. Das musste eine Tullnerin auf die harte Tour lernen – 150 Euro wegen Fahrerflucht. Sie meldete das Missgeschick später noch bei der Polizei. Und trotzdem flatterte das behördliche Schreiben ins Haus.

„Es ist in dem Fall kein persönlicher, nachweislicher Datenaustausch inklusive Identitätsnachweis erfolgt“, erklärt Bezirkshauptmann Andreas Riemer. Ein Zettel mit Kontaktdaten sei nicht genug. Mit dieser Art der Verwaltungsstrafe ist die BH Tulln immer wieder konfrontiert. Riemer: „Das häufigste Delikt betrifft sicher die Missachtung von Kurzparkzonen, aber Fahrerflucht ist mittlerweile auch recht häufig.“

Meldung innerhalb von 15 Minuten

Nach der Straßenverkehrsordnung gibt es im Strafrahmen verschiedene Abstufungen: 75 Euro für Wildschaden, 150 Euro bei Sachschaden und 220 Euro, wenn Personen verletzt wurden. „Unter entsprechenden Umständen – beispielsweise die finanzielle Situation– kann die Höhe etwas reduziert werden“, verrät der Bezirkshauptmann.

Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, veranschaulicht Riemer die richtige Vorgehensweise: „Eine Meldung über Unfälle hat unverzüglich, etwa innerhalb der nächsten 15 Minuten an die nächstgelegene Polizeiinspektion zu erfolgen.“ Wenn der Schadensverursacher die Polizei nicht sofort aufsuchen kann – etwa weil er noch Kinder in die Schule oder jemanden ins Krankenhaus führen muss – wird empfohlen, telefonisch mit der Inspektion Kontakt aufzunehmen. Der Besuch bei der Exekutive bleibt unumgänglich: Er ist unmittelbar nach dem Chauffier-Dienst nachzuholen.