Transparent (ver)störte: Anzeige nach Brauch zum 30er. David Neger bekam zum Geburtstag einen Schweinekopf samt Spruch. Dafür gab es eine Anzeige wegen Ordnungsstörung.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:38)
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Ist ein Mann zu seinem 30. Geburtstag noch nicht verheiratet, wird ihm oft ein „Sauschädel“ samt lustigem Spruch auf einem Transparent aufgestellt. Dieses Brauchtum ist in manchen Orten in Niederösterreich nichts Ungewöhnliches.

In Tulln haben sich allerdings einige Personen daran gestoßen. Sogar eine Anzeige gab es, weil in der Nähe der Severin-Kirche ein „Sauschädel“ samt Transparent aufgehängt wurde, bestätigt ein Polizist der Polizeiinspektion Tulln.

Bekommen hat diesen Schweinekopf David Neger zu seinem runden Geburtstag. „Am Tag darauf haben mich drei Polizisten gesucht und ich habe mir schon gedacht, dass sie mir nicht zum Geburtstag gratulieren wollen“, erzählt er im NÖN-Gespräch. Der Tullner wollte den „Sauschädel“ ohnehin aufgrund der Hitze am nächsten Tag wieder abmontieren.

„Wenn ein paar Kilometer weiter ein Sauschädel hängt, dann stört sich niemand dran. Es ist ein alter Brauch.“

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„Ja, ich heiße wirklich so“, sagt David Neger und zeigt als Beweis seinen Führerschein.

Ein wenig verärgert ist er aber schon: „Wenn ein paar Kilometer weiter ein Sauschädel hängt, dann stört sich niemand dran. Es ist ein alter Brauch.“ Dass diese Tradition für Aufregung sorgen könnte, damit hat der Tullner gerechnet, nicht aber, dass auch das Transparent ein Problem für einige Anrainer ist. „Das habe ich nicht in Erwägung gezogen. Ich heiße nun mal Neger. Ich werde meinen Namen auch nicht ändern lassen, schließlich hat er doch einen Wiedererkennungswert.“

Der Polizist bestätigt, dass tatsächlich der Name auf dem Transparent Grund für die Anzeige war: „Die Anzeige wegen Ordnungsstörung liegt jetzt bei der Bezirkshauptmannschaft.“ Neger meint, dass sein Name gar nicht so ungewöhnlich sei, „ich kenne zwei Personen, die so heißen. Einer davon ist ein Arbeitskollege.“

Dass sein Name allerdings für einige Missverständnisse sorgte, bestätigt er: „Wenn mich die Leute mit Familiennamen rufen, dann kam es zu eigenartigen Situationen.“ Auch bei der Facebook-Anmeldung hatte er Probleme. Aber ich konnte beweisen, dass ich wirklich so heiße“, schmunzelt er.