Trend 2021: Garten als Wohnraum. Bezirk Tulln: Gemütliches Chillen, Säen und Ernten, ja sogar Homeoffice stehen in der diesjährigen Saison im Mittelpunkt.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 31. März 2021 (04:00)
Der Frühling kann kommen. Johannes und Wolfgang Praskac in ihrem Pflanzenland.
Urbanitsch, Urbanitsch

Die Gärtnereien im Bezirk sind gerüstet für den großen Ansturm der Hobbygärtner, die es kaum erwarten können, nach dem langen kalten Winter ihren Gärten, Terrassen und Balkone wieder frühlingsfit zu machen.

Mehrere klare Trends zeichnen sich dabei ab. „Selber Anbauen und Ernten ist ein Riesentrend“, weiß Helga Starkl von der gleichnamigen Gärtnerei. Außerdem wird der Garten „immer mehr zum gemütlichen Bereich und zum Rückzugsort.“

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt Sträucher zu pflanzen, sie danken es mit minimalem Pflegeaufwand.“ Wolfgang Praskac

Das sieht auch Bernhard Kramer von der Baumschule Kramer und Kramer in Zöfing so: „Möbel und große Topfpflanzen sind dabei ein großes Thema“, es geht auch in der Bepflanzung in eine eindeutige Richtung: „Die Menschen holen sich das Grün ganz nah an sich heran, direkt zum Haus, auf die Terrasse. Alles soll üppig und verwunschen gestaltet sein“.

Bernhard Kramer setzt auf üppiges Grün.
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Dieses märchenhafte Ambiente wird gerne mit nutzbaren Pflanzen, Felsenbirnen oder Pflanzen mit schirmartiger Krone umgesetzt.

Dass der Selbstversorgertrend im letzten Jahr stark zugenommen hat, bestätigt auch Wolfgang Praskac vom Pflanzenland Praskac. „Es gibt auf jeden Fall ein verstärktes Bewusstsein für den eigenen Garten, die Menschen sind ja jetzt viel öfter zu Hause“, weiß Praskac, „ganz wichtig ist den Leuten auch ein gemütlicher Wohngarten.“

Bernhard Kramer geht noch einen Schritt weiter und meint: „Die Tendenz geht zu Homeoffice im Garten, raumtaugliches Ambiente ist gefragt.“ Da kommen üppige Sträucher und bunte Riesen-Pflanzentröge gerade recht.

Alles was fröhlich macht in kräftigen Farben

„Alles was fröhlich macht, nachdem wird gesucht“, so der Gartengestalter. Heiß begehrt ist kräftiges Gelb, Grün und Pink und das nicht nur bei Blumen und Trögen, sondern auch bei wohnlichen Gartenmöbel und Accessoires.

Privat bevorzugt der Gärtner alte ausdrucksstarke Obstbäume, die „nicht gezeichnet schön, sondern charakteristisch und romantisch gestaltet sind.“

Die Anzahl der Menschen, die sich jetzt mehr und intensiver mit ihrem Garten beschäftigen, ist laut der Gartenbetriebe in jedem Fall gestiegen.

Wolfgang Praskac hat einige Tipps zur Frühjahrsgestaltung auf Lager und betont, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, Sträucher und Bäume zu pflanzen, denn „die Pflanzen danken es mit minimalem Pflegeaufwand und man hat besten Anwuchserfolg. Außerdem“, fügt er hinzu, „haben wir eine Riesenauswahl auch an kleinkronigen Bäumen wie ‚Green Rocket’, eine immergrüne Heckenpflanze, die auch statt Buchs verwendet werden kann.“ Besonders stolz ist Praskac auf seine gesamte eigene Produktion mit dem AMA Gütesiegel.

Helga Starkl von der gleichnamigen Gärtnerei.
NOEN, Urbanitsch

In der Gärtnerei Starkl haben bereits Martin und Rudi Starkl das Sagen übernommen. Trotzdem ist Helga Starkl weiterhin mit großer Leidenschaft mit dabei und macht auf einen weiteren Trend im naturnahen Bereich aufmerksam. „Auch am Balkon, wo wenig Platz ist, kann Obst geerntet werden, da bieten sich spezielle Beerenobstpflanzen an. Das ist bereits ein Riesentrend, denn die Hobbygärtner werden immer mehr.“ Persönlich liebt Helga Starkl Hortensien in verschiedenen Varianten, „die Waldhortensien gibt es in sieben verschiedenen Farben.“ Die Rispenhortensien im Sommer wiederum sind extrem bienenfreundlich.

Der Garten soll das ganze Jahr nutzbar sein

Dazu weiß Bernhard Kramer: „Auch Heizstrahler, Sonnenschutz und Griller halten heuer verstärkt Einzug in die Gärten, denn der Garten soll das ganze Jahr nutzbar sein.“

Noch ein Tipp für die grüne Wohnung: Alte Zimmerpflanzen, wie der Philodendron, Sansevieria oder die Schusterpalme sind im Kommen.

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