Tullner Pfotenhilfe: „Wir leben von Spenden“. Der kleine private Tierschutzverein vergibt auch während der Pandemie Tiere, die in Pflegefamilien untergebracht sind. Suche nach Katzen und Hunden ist leicht gestiegen.

Von Nadja Straubinger und Helga Urbanitsch. Erstellt am 03. Februar 2021 (03:45)
Susy fühlt sich bei ihrem neuen Besitzer Nicolas sichtlich wohl.
privat

Coronabedingt erkennt man bei der Tullner Pfotenhilfe keinen wesentlichen Anstieg, weder bei der Nachfrage noch bei der Abgabe von Tieren.

Wobei die Tullner Pfotenhilfe ja kein Tierheim, sondern ein kleiner privater Tierschutzverein ist, der Tiere aufnimmt und sie weiterversorgt.

„Das Kennenlernen der Tiere bei Pflegefamilien ist auch jetzt zu Corona-Zeiten möglich, aber nur im Freien.“ Renate Lehner von der Pfotenhilfe Tulln

„Unsere Pflegetiere wohnen auf privaten Pflegeplätzen in familiärer Atmosphäre, wo sie auf ihr neues Leben vorbereitet werden“, erklärt Renate Lehner von der Pfotenhilfe.

Bei Katzen und Hunden ist besonders jetzt im Lockdown die Nachfrage leicht gestiegen, „aber da machen wir auf jeden Fall darauf aufmerksam, dass auch nach der Corona-Pandemie Zeit für das Tier da sein muss.“ Besonders ganz junge Kätzchen werden gesucht. Bei den Hunden wird mehr nach Tieren zwischen zwei und vier Jahren geschaut, „die sind dann schon stubenrein und haben ein bisschen Erziehung“, so Chefin Andrea Stark.

Das Kennenlernen der Tiere bei Pflegefamilien ist auch jetzt unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen auf jeden Fall möglich, aber nur im Freien, im Garten oder bei einem Spaziergang. „Wir würden sonst aus allen Nähten platzen“, weiß Lehner.

Schutz für Tiere ist den Menschen wichtig

Die Platzkontrolle, bei der ein Mitarbeiter der Pfotenhilfe das neue Zuhause in Augenschein nimmt, „wird durch ein Video, das der Interessent erstellt und an uns schickt, ersetzt“, so die Tierschützerin.

Die positive Nachricht ist, „dass wir zum Glück keinen Rückgang an Spenden verzeichnen, trotz des sicherlich eingeschränkten Budgets vieler Familien.“

Die Verantwortlichen der Pfotenhilfe sind sich einig: „Der Schutz und die Hilfe für Tiere ist den Menschen nach wie vor ein wichtiges Anliegen.“

Ein Schwerpunkt der Tullner Pfotenhilfe liegt auch auf dem Kastrationsprojekt der Streunerkatzen. Der Verein finanziert sich übrigens ausschließlich durch Spenden, alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, „alle Mitarbeiter sind Tag und Nacht bei Notfällen abrufbar“, so Andrea Starkl.

Tierschützerin aus Leidenschaft Johanna Nagl, die selbst zwei Hunde von der Pfotenhilfe pflegt, dazu: „Ich bin stolz auf den Verein und freu mich, dass sich hier auch so viele junge Menschen engagieren, wir sind dankbar für jede Unterstützung.“

Rosalia, Sina und Jürgen mit der englische Bulldogge Balu. Der Name wurde auch von den neuen Besitzern nicht geändert.
privat

In den niederösterreichischen Tierheimen warten zurzeit insgesamt 180 Hunde, 220 Katzen, 146 Kleintiere und 63 Großtiere auf ein neues Zuhause.

Insgesamt 970 Tiere fanden im Vorjahr ein vorübergehendes oder längerfristiges Zuhause im Tierheim St. Pölten - den größten Teil machten 470 Wildtiere, 260 Katzen und 130 Hunde aus. Der Tierschutzverein St. Pölten ist für den Zentralraum und das Mostviertel sowie von Klosterneuburg bis Waidhofen/Ybbs zuständig.

„Die Tiere haben wieder einen höheren Stellenwert“, sagt Tierheimleiter Davor Stojanovic. Dieses Jahr gab es zwar keinen Boom an Interessenten, es wurden aber auch nicht mehr Tiere abgegeben als sonst.

Übrigens sind der Pfotenhilfe kranke, alte oder behinderte Tiere, die keine Chance mehr haben, vermittelt zu werden, ein großes Anliegen. „Diese Tiere werden bei uns gepflegt und dann als sogenannte ‚Patentiere‘ von tierfreundlichen Menschen bis zu ihrem Tod versorgt. Ganz häufig sind in letzter Zeit Hunde mit schlechter Hüfte bei uns gelandet“, weiß Renate Lehner.

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