Corona hinterlässt deutliche Spuren im Bezirk Tulln

Erstellt am 29. Januar 2022 | 04:16
Lesezeit: 3 Min
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Bezirkshauptmann Andreas Riemer streut seinem Team nach zwei Jahren Corona Rosen.
Foto: Peischl
Bezirkshauptmannschaft verzeichnet mehr betreute Kinder und Waffenverbote, Polizei sieht Anstieg bei Kontrolldelikten im Bezirk Tulln.
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Ende Jänner veröffentlicht die Bezirkshauptmannschaft traditionell ihre Jahresstatistik im Amtsblatt. Im Gespräch mit der NÖN zog Bezirkshauptmann Andreas Riemer schon jetzt ein Resümee.

„Insgesamt kann man sagen: Unsere Leute sind am Limit. Ich bin beeindruckt, wie gut sie die zwei Jahre Corona bis jetzt überstanden haben“, streut der Behördenchef seinem Team Rosen. Gab es ganz zu Beginn lediglich in der Gesundheitsabteilung 7-Tage-die-Woche Betrieb, wurden bald auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen und schließlich auch vom Bund zur Verfügung gestelltes Personal hinzugezogen. „Die Kernpositionen haben wir aber immer aus dem Haus heraus besetzt“, betont Riemer, wobei er die Leistungen von Manfred Henninger, Kathrin Nussbaumer und Georg Hagl hervorhebt, die sich in einem Dreier-Dienstrad in der Stabsleitung abwechseln.

Mehr betreute Kinder, mehr Waffenverbote

Doch zurück zur Jahresstatistik: „Zu einem Riesenthema wurde leider die Zahl der behördlich betreuten Kinder und Jugendlichen“, sagt Riemer. Die nach Interventionen in Familien angebotenen Unterstützungen durch die BH Tulln reichen von psychologischer Betreuung und Lernhilfen über Unterstützung der Eltern bis hin zur Fremdunterbringung der Minderjährigen. Im Zeitraum von 2017 bis 2020 stieg die Zahl der betreuten Kinder und Pflegekinder im Bezirk von 3.100 auf 3.900. „Ein schwieriges, zeitaufwändiges Thema. Unsere Fachkräfte aus der Sozialabteilung sind da wirklich gefordert, aber sie tun ihr Möglichstes“, betont Riemer.

Im selben Zeitraum stieg auch die Zahl der ausgesprochenen Waffenverbote massiv von 42 auf 124 an. „Ab 2022 wird übrigens automatisch mit jedem Betretungsverbot auch ein Waffenverbot verhängt, wobei das auch in der Vergangenheit häufig miteinander einherging“, erklärt Riemer.

Zahl der Kontrolldelikte steigt in Corona-Zeiten

Immer interessant ist die Entwicklung in Sachen Verkehrsstrafen. „Wir haben aktuell sehr viele junge engagierte Polizeibeamte. Die Zahl der Kontrolldelikte steigt, aber nicht, weil sie die Leute schikanieren, sondern weil vor allem bei gefährlichen Delikten mehr kontrolliert wird“, sagt Riemer.

Mehr dazu weiß der stellvertrendende Bezirkspolizeikommandant Philipp Harold, der zur Polizeistatistik gleich vorweg festhält: „2020 war Corona-bedingt ein Spezialfall. Hier gab es in manchen Bereichen sowohl Anstiege als auch Reduktionen.“ Grundsätzlich sehe die Exekutive innerhalb der Bevölkerung keine klare Trendentwicklung.

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Bezirkspolizeikommandantstellvertreter Philipp Harold verweist auf 2020 als Corona-Spezialfall.
Foto: Polizei

Änderungen in den Jahren 2019 bis 2021 würden meist innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite liegen. Was die Änderungen bei den von Bezirkshauptmann Riemer angesprochenen Kontrolldelikten angeht, da verweist Harold auf seitens der Landespolizeidirektion NÖ angeordnete Schwerpunktsetzungen in den Bereichen Alkohol, Mobiltelefonie und Geschwindigkeit, im Bezirk Tulln zusätzlich noch Schwerverkehr.

„Außerdem wird die Polizei unterstützend für die Gesundheitsbehörden betreffend Covid-19 tätig, wodurch noch mehr Anhaltungen bzw. Kontrollen durchgeführt werden“, erklärt Harold. Das führe wiederum dazu, dass der Kontrolldruck auch im Verkehrsbereich steigt.

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