BG/BRG Tulln: Engagement für Europa und die Welt. Das BG/BRG Tulln bewirbt sich um eine Zertifizierung zur „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“ und zur UNESCO-Schule.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 05. Februar 2021 (03:56)
Es hat Tradition, dass die Besucher des Tages der offenen Tür in allen Fremdsprachen begrüßt werden, die am Gymnasium unterrichtet werden: Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Italienisch und Latein. Mit der Bewerbung um Zertifizierung zur „UNESCO-“ und „EU-Botschafterschule“ wird das BG/BRG Tulln noch internationaler.
Stritzl

Das BG/BRG Tulln war eine von 15 Schulen, die mit einem halbtägigen Online-Seminar in das Botschafter-Schulprogramm des Europäischen Parlaments starteten. Die Europaabgeordneten Lukas Mandl (ÖVP), Evelyn Regner (SPÖ) und Roman Haider (FPÖ) referierten über ihre Arbeit im Europäischen Parlament und hoben die Bedeutung der Gesetzgebung und der europäischen Demokratie hervor.

Die Bewerbung des BG/BRG Tulln als Botschafterschule des Europäischen Parlaments wird von engagierten Lehrern getragen, allen voran von Sabine Mader: „Die Schule kann einen entscheidenden Beitrag für den Erwerb einer demokratisch geprägten Haltung leisten.“ Schulentwicklung im Sinne von Schülerpartizipation und Demokratie-Lernen als Grundprinzip schafft eine wesentliche Basis dafür, dass junge Menschen zu mündigen und zivilcouragierten Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsen.

Zertifizierung zur Botschafterschule 2021

Das BG/BRG Tulln hat sich zum Ziel gesetzt, 2021 die Zertifizierung zur „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“ zu erlangen. „Ziel des Programms ist es, das Bewusstsein für Europa, für die Arbeit des Europäischen Parlaments sowie für europäische Werte und Demokratie bei jungen Menschen zu entwickeln und zu fördern.“ Für die Zertifizierung müssen bestimmte Kriterien erfüllt und „Seniorbotschafter“ (Lehrer) und „Juniorbotschafter“ (Schüler) ernannt werden. Neben diversen Fortbildungen für beide Gruppen werden sich diese mit dem Thema Europa intensiv beschäftigen und zu Trägern der „europäischen Idee“ werden.

„Wir schauen mit Spannung und Vorfreude auf die kommenden Wochen.“

Das Tullner Gymnasium bewirbt sich jedoch nicht nur um die Aufnahme in den Kreis der „EU-Botschafterschulen“, sondern schickt sich auch an, UNESCO-Schule zu werden. Nach einer zweijährigen Kennenlernphase wird das BG/BRG Tulln den Antrag auf die offizielle Aufnahme in das internationale Netzwerk der UNESCO-Schulen stellen. In Österreich gibt es aktuell 95 UNESCO-Schulen, darunter erst drei AHS in Niederösterreich.

Martina Spielauer treibt das ehrgeizige Projekt am BG/BRG Tulln voran. Die Ziele: „Globale Anliegen und die Rolle der Vereinten Nationen, Menschenrechte (inklusive Frauenrechte), Demokratie und Toleranz, interkulturelles Lernen und Friedenserziehung sowie Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung als Schwerpunkte in den Schulunterricht zu integrieren und Kinder und Jugendliche mit den Themen und Ideen der UNESCO vertraut zu machen.“

Zur Erreichung dieser Ziele werden verschiedenste Projekte im und außerhalb des Unterrichts durchgeführt, vom Schreiben von Texten in Deutsch, Englisch, Französisch, Zeichnen von Cartoons, Besuch von österreichweiten Workshops bis zu einem Baum-Pflanz-Projekt.

Direktorin Irene Schlager freut sich über das Engagement aller Beteiligten, da auf diese Weise die Offenheit für andere Kulturen zum Ausdruck gebracht und die Kommunikation mit Menschen aus verschiedenen europäischen Staaten bzw. weltweit ermöglicht werde. „Nicht nur in Zeiten einer Krise ist es erforderlich, dass wir uns international verständigen und zusammenarbeiten, es ist jederzeit ein persönlicher Gewinn, unterschiedliche Länder kennenzulernen und sich gemeinsam für eine positive Gestaltung der Zukunft einzusetzen.“