Tulln beschließt ein Klima-Manifest . Tulln setzt sich ehrgeizige Ziele für nächsten 20 Jahre. Unabhängiges Monitoring soll Erreichung garantieren.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:13)
Stadt-
Stadtrat Rainer Patzl (Grüne), Bürgermeister Peter Eisenschenk (TVP) und Stadtrat Harald Wimmer (SPÖ) als Vertreter der Fraktionen, die den Antrag einbrachten.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat ein Manifest, das für die nächsten 20 Jahre ambitionierte Klima-Ziele für die Stadtgemeinde festlegt.

Den Antrag hatten zunächst TVP, SPÖ und Grüne gemeinsam eingebracht. „Es ist eine überpolitische Entscheidung, schließlich geht es hier um die Zukunft unserer Kinder“, betonte Bürgermeister Peter Eisenschenk. Derzeit liege der Kohlendioxidausstoß der Stadt bei 1.500 Tonnen pro Jahr, vor 22 Jahren wären es noch 3.500 gewesen.

Auf drei Säulen zur CO2-Neutralität

Basierend auf drei Säulen soll die Stadtverwaltung innerhalb der nächsten fünf Jahre CO2-neutral sein. Konkret heißt das: Kein Gebäude und keine Maschine im Besitz der Stadtgemeinde wird mehr COausstoßen, als im Stadtgebiet kompensiert werden kann bzw. als mittels Zertifikaten gedeckt ist. Innerhalb der nächsten 20 Jahre soll sogar die gesamte Gartenstadt das Ziel „ CO2 -neutrale Stadtgemeinde“ erreichen.

Gegen dieses Vorhaben gab es im Gemeinderat auch keinerlei Einwände. Doch eines stieß Gemeinderat Herbert Schmied (NEOS) dann doch sauer auf: „Warum sind es nur drei Fraktionen, die diesen Antrag einbringen? Warum sucht man bei einem derart wichtigen Antrag nicht den Schulterschluss aller Fraktionen? Man redet immer von der Stadt des Miteinander, aber man lebt sie nicht.“ Bürgermeister Eisenschenk meinte dazu, dass SPÖ und Grüne von sich aus das Gespräch mit der TVP gesucht hätten.

Schmied brachte schließlich noch einen Ergänzungsantrag ein (und ebenso einstimmig durch): Es wird ein unabhängiges Monitoring geben, das jährlich öffentlich über die Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele berichtet.

Rainer Patzl (Grüne) lobte, dass hier nicht nur ein Vorhaben und Ziele, sondern auch konkrete Maßnahmen beschlossen werden.

Harald Wimmer (SPÖ) betonte: „Im Straßenbau achten wir bereits jetzt auf die Schaffung entsprechender Sickerflächen und bei Straßensanierungen werden immer auch Bäume gepflanzt.“