Bezirkschef appelliert: „Virus nicht unterschätzen“. Die Mutationen bereiten Sorgen. Bezirkshauptmann Andreas Riemer bittet um Durchhalten und mahnt, dass man die Gefahr einer Infektion nicht unterschätzen darf.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 07. April 2021 (04:09)
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Von wegen Osterruhe – die Bezirkshauptmannschaft Tulln arbeitet auf Hochtouren. Seit über einem Jahr fordert das Coronavirus die Behörde, eine Inzidenz von rund 200 und steigende Fahlzahlen bereiten derzeit Sorgen.

Bezirkshauptmann Andreas Riemer unterstreicht: „Immer wieder zu betonen ist, dass unsere Maßnahmen nicht als Schikane zu verstehen sind – so unangenehm sie für den Einzelnen auch sein mögen –, sondern auf Grund der nach wie anhaltenden Pandemie mit immer noch zu hohen Infektionszahlen einfach notwendig sind.“

„Die deutlich infektiösere britische Variante des Virus ist im Bezirk stark vertreten und auch Einzelfälle der Südafrika-Mutation sind aufgetreten.“ Andreas Riemer, Bezirkshauptmann

Die Mutationen sind infektiöser, der Altersschnitt der Betroffenen ist erkennbar stark gesunken. Gleichzeitig lässt teilweise auch die Bereitschaft, mit der Bezirkshauptmannschaft zu kooperieren nach. Riemer: „Häufig werden nur mehr Haushaltsangehörige als Hochrisiko-Kontakte genannt, möglicherweise aus falsch verstandener Sorge, anderen Schwierigkeiten zu machen. Manchmal stoßen wir auch trotz deutlicher Hinweise auf stattgefundene Treffen auf ,Mauern des Schweigens‘“, schildert der Bezirkshauptmann.

„Wir müssen vorsichtig bleiben“

Bezirkshauptmann Andreas Riemer: „Wir müssen weiter durchhalten.“
NÖN, NÖN

Er warnt: „Das ist deswegen derzeit besonders gefährlich, da auch die deutlich infektiösere britische Variante des Virus im Bezirk stark vertreten ist und auch Einzelfälle der Südafrika-Mutation aufgetreten sind. Gerade hier ist eine rasche Unterbrechung von Ansteckungsketten äußerst wichtig.“

Die Zahlen sind besorgniserregend – noch hofft man aber, Schlimmeres verhindern zu können – etwa auch eine Abriegelung des Bezirks. Riemer: „Wir alle haben nach über einem Jahr all die gewaltigen Einschränkungen satt und wollen zu einem normalen Leben zurückkehren. Trotzdem müssen wir weiter durchhalten und uns bemühen, durch unser vor- und umsichtiges Verhalten die Bedrohung durch Covid-19 in all seinen Erscheinungsformen zu beenden! Wir müssen vorsichtig bleiben – zum eigenen Schutz und zum Schutz der anderen.“