Impfstraße Tulln zieht Bilanz. Medizinerteam rund um Nicole Edhofer baute System für bis zu 120 Impfungen/Stunde auf.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 25. April 2021 (03:43)
Bürgermeister Peter Eisenschenk (r.) und Gesundheitsstadträtin Paula Maringer (2.v.l.) bedankten sich bei den Medizinern Philip Tesik, Nicole Edhofer und Markus Weilharter sowie bei Christian Holzschuh (l.) für die hervorragende Umsetzung der Impfstraße Tulln.
Urbanitsch, Urbanitsch

Mit Ende April wird die Impfstraße der Stadtgemeinde auf dem Messegelände zu einem Impfzentrum des Landes, das bis auf Weiteres vom Roten Kreuz betrieben wird. Bürgermeister Peter Eisenschenk nahm diesen Übergang zum Anlass, sich beim Tullner Ärzteteam und allen Helfern für die hervorragende Organisation und Umsetzung zu bedanken.

Bereits Anfang Oktober 2020 hatte die Stadtgemeinde Pionierdienste geleistet, was Covid-19-Schnelltest-Straßen angeht. Ende Februar dieses Jahres konnte Tulln auf diesen Erfahrungen aufbauen und war auch in Sachen Impfstraßen ganz vorne dabei. Bei der operativen Umsetzung war Allgemeinmedizinerin Nicole Edhofer federführend tätig, in der medizinischen Durchführung wurde sie von ihren Arztkollegen Markus Weilharter und Philip Tesik maßgeblich unterstützt. „Diese drei Ärzte haben wirklich sehr, sehr viele Stunden investiert und das Projekt mit voller Kraft umgesetzt“, betont Bürgermeister Eisenschenk.

Bis zu 120 Personen pro Stunde geimpft

„Uns war klar, dass wir ergänzend zur Impfung in der Ordination auch die Möglichkeit schaffen musste, noch mehr Menschen in kurzer Zeit zu impfen“, sagt Nicole Edhofer.

Limitierend hierfür war immer der Wartebereich für die Nachbeobachtungszeit, da unter Einhaltung der Corona-Regeln, der Geimpfte 20-30 Minuten vor Ort verbringen muss. „Die meisten akuten Reaktionen auf die Impfung erfolgen bis zur Minute 13“,erklärt Edhofer. Da zurzeit ja keine Messen stattfinden, habe es sich angeboten, in der Messehalle 10 eine Impfstraße zu organisieren. „So konnten wir im Laufe der Wochen acht Impflinien etablieren“, berichtet die Ärztin.

Gemeinsam mit ihren Kollegen und dem Team gelang es, die Abläufe so zu regulieren, dass 120 Personen pro Stunde (60 die erste Teilimpfung und im Laufe der Wochen parallel dazu auch 60 die zweite Teilimpfung) reibungslos geimpft werden konnten. Und das ohne lange Wartezeit, aber samt Aufklärungsgespräch und Eintragung in den (elektronischen) Impfpass. Anschließend können die Geimpften in Tulln für die Nachbeobachtungszeit im Wartebereich Platz nehmen.

„Besonders schön zu sehen war, wie leidenschaftlich und engagiert alle ihre Tätigkeit in der Impfstraße durchgeführt haben. Egal, wer welche Position besetzt hat, ob Checkpoint, Anmeldung, Aufklärung oder Anmischen – es war immer ein Miteinander“, berichtet Edhofer weiter. Natürlich habe es auch unangenehme oder schwierige Momente gegeben, doch diese waren eher die Ausnahme.

„Besonders schön zu sehen war, wie leidenschaftlich und engagiert alle ihre Tätigkeit in der Impfstraße durchgeführt haben"

„Obwohl viele Menschen durchgeschleust wurden, konnte untereinander ein höflicher und freundlicher Umgangston gewahrt werden“, sagt die Ärztin. Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Ich hoffe sehr, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen noch mehr zu nimmt. Nur so können wir eine neue Art der Normalität schaffen“, betont Edhofer, denn: „Ich wünsche mir für meine Kinder einen geregelten Schulalltag, möchte mit ihnen in den Zoo fahren können und ein Eis am Hauptplatz oder der Donaulände neben anderen Menschen essen können.“

Die Stadtgemeinde hat zur Impfstraße am Messegelände jedenfalls viele positive Rückmeldungen bekommen, sowohl was persönliche Betreuung, als auch was Wartezeiten und Durchführung angeht. „Für mich ist es wichtig, dass diese hochqualitative Impfmöglichkeit in Tulln weiter besteht. Damit können wir einen Beitrag dazu leisten, dass wir möglichst bald wieder zu einem annähernd normalen Leben zurückkehren können“, sagt Eisenschenk. Daher sei er sehr dankbar dafür, dass Edhofer und ihr Team zugesagt haben, auch den neuen Betreiber zu unterstützen: „Das Rote Kreuz kann hier auf einer hervorragenden Infrastruktur aufbauen.“