Eissalon am Tullner Hauptplatz muss wieder schließen. Eben erst eröffnet, musste der Eissalon am Hauptplatz wenige Tage später auch schon wieder zusperren. Schuld ist Corona.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 18. März 2020 (03:16)
Juniorchef Alberto Battistin, Sproß der Gelati-Dynastie, und seine Eltern Sante und Renata Battistin befinden sich bereits seit Ende Februar in Österreich. Eben erst eröffnet, musste der Eissalon am Hauptplatz wenige Tage später auch schon wieder zusperren. Schuld ist das Coronavirus.
Firmkranz

Es herrscht reges Treiben im Eissalon „Il Gelato“ der Familie Battistin. Es ist Donnerstag, der 12. März, ein sonniger Tag im Vorfrühling. Familienmitglieder und Mitarbeiter sind dabei, Tische und Sessel zurechtzurücken, Gläser zu polieren und Speisekarten neu zu schreiben. Alle freuen sich auf einen gelungenen Saisonstart. Keiner ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass es wenige Tage später, am darauffolgenden Dienstag schon wieder „Schluss mit lustig“ ist.

Ließ sich am ersten Öffnungstag noch eine große Anzahl von Gästen ihr Erdbeer-Vanille schmecken, wurden es gegen Wochenanfang immer weniger.

„Wie es nach dem von der Regierung verordneten Zusperren jetzt weitergeht, wissen wir nicht“, klagt Juniorchef Alberto Battistin, Sproß der Gelati-Dynastie. Er und seine Eltern Sante und Renata Battistin befinden sich bereits seit Ende Februar in Österreich, um das Familienunternehmen für die neue Saison auf Vordermann zu bringen.

Die Familie pendelt jährlich zwischen Tulln und ihrem kleinen Heimatort in den italienischen Dolomiten, wo sie auch diesmal den Winter verbracht hatte.

„Bei unserer Abreise hat man schon etwa über Corona gehört, doch wir hätten niemals erwartet, dass es so dramatisch werden könnte“, erzählt Alberto, „und vor allen Dingen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen, dass Italien zu einem Hotspot wird.“

Das Leben sei noch vollkommen normal verlaufen, von Sicherheitsmaßnahmen wie Quarantäne oder gar Todesopfer keine Rede.

Oma und Tante leben jetzt in einer Sperrzone. Mit ihnen steht Alberto telefonisch ebenso in Kontakt wie mit einer Freundin, die ihren Arbeitsplatz in einem großen Unternehmen in der Nähe von Venedig nicht mehr aufsuchen darf, sondern dazu angehalten ist, von zuhause aus zu arbeiten. „Es geht ihnen gut“, sagt er.

Davon kann Alberto sich jedoch nicht persönlich überzeugen, denn Italien hat seine Grenzen dicht gemacht. Es kann somit niemand ein- und auch nicht ausreisen. Deshalb bleibt der Familie nichts anderes übrig, als in Österreich zu bleiben und geduldig zu warten, bis sich Covid 19 nicht mehr so vehement ausbreitet und dadurch die drastischen Sicherheitsmaßnahmen reduziert werden.