Wenn Tulln auf Standby läuft .... Naschmarkt fand unter strengsten Auflagen statt. Ansonsten ist es ruhig in Tulln, Polizei lobt Disziplin der Bevölkerung.

Von Thomas Peischl und Doris Firmkranz. Erstellt am 25. März 2020 (04:28)

Prächtiges Frühlingswetter in der City, normalerweise würde die Gartenhauptstadt jetzt aufblühen und hunderte Besucher würden sich in Schanigärten, Lokalen und Geschäften tummeln. Doch dem allen schob die Coronakrise einen großen Riegel vor.

Der Handel (täglicher Bedarf und Apotheken), der noch offenhalten darf, reagierte auf die geringere Frequenz bereits mit geänderten Öffnungszeiten, etwa die beiden Fleischhauereien Berger und Schmölz oder die Bäckerei Hager.

Nur ein kleines Highlight gab es und selbst das fand lediglich bescheidenen Anklang. Zunächst sollte er ja gänzlich abgeblasen werden, der wöchentliche Naschmarkt am Hauptplatz, doch dann stimmten Stadtgemeinde und Bezirkshauptmannschaft zu.

Wöchentlicher Naschmarkt als kleines Highlight in der Krise

Unter strengsten Sicherheitsrichtlinien konnte der Markt abgehalten werden, umzäunt und mit Tafeln, die auf einzuhaltende Mindestabstände hinwiesen, die auch von der Polizei aufmerksam kontrolliert wurden. Mitmachen durften ausschließlich Lebensmittelstände, die wiederum in großem Abstand zueinander aufgebaut waren. Viel gab es nicht zu überwachen, der Andrang blieb aus. Marktleiter Peter Studeny und die Standler hätten sich mehr Kunden erhofft, schließlich ist der Einkauf von Lebensmitteln an der frischen Luft weitaus weniger problematisch als in geschlossenen Räumen. Kommenden Freitag wird der Naschmarkt aller Voraussicht nach aber wieder stattfinden.

So reibungslos wie beim Markt läuft das Leben in der Stadt auch in anderen Bereichen. „Die Menschen sind diszipliniert und halten sich im Großen und Ganzen an die Beschränkungen“, lobt Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl, „dafür von mir und meinen Kollegen ein großes Dankeschön an alle Tullnerinnen und Tullner.“ Lediglich ein paar kleine Gruppen von Jugendlichen galt es aufzulösen, aber das konnte in amikalen Gesprächen geklärt werden. Anzeigen habe es nur vereinzelt gegeben.

Falscher Alarm wegen Coronaparty

Als falscher Alarm stellte sich etwa eine angebliche Coronaparty bei einem Fischer-Vereinshaus heraus. „Der Obmann war mit Reinigungstätigkeiten beschäftigt und an der Großen Tulln saßen einige Fischer, aber in großem Abstand zueinander“, heißt es dazu aus der Polizeiinspektion Tulln.

Bürgermeister Peter Eisenschenk zieht eine erste Bilanz über die auf die Coronakrise angepasste Initiative „Stadt des Miteinanders“: „Ich freue mich, dass bereits über 100 Menschen auf der Homepage ihre Hilfe angeboten haben. Und es werden stündlich mehr!“ Bedanken möchte er sich auch „bei allen Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverwaltung, die mit großem Einsatz die notwendigen Dienstleistungen sicherstellen“. Nur so sei es möglich, dass sich die Bevölkerung auch in der Krise zu hundert Prozent auf die Stadt verlassen kann.

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