Wirtschaft und Kulturbetrieb in Tulln massiv betroffen. Auch Wirtschaft und Kulturbetrieb sind massiv betroffen: Shops bleiben geschlossen, Auftritte, Feste, Jubiläen müssen verschoben werden.

Von Gabi Gröbl und Thomas Peischl. Erstellt am 18. März 2020 (03:21)
Charlotte Ludwig (im Bild mit den Sirtaki-Schrammeln Christian Höller, Harry Kucera und Kosta Liaskos) musste viele Termine absagen.
privat

Das Coronavirus beeinflusst fast alle Bereiche unseres Alltags, massiv unter anderen auch Wirtschaft und Kultur.

Ganz rasch reagiert hat die Messe Tulln. „Schon am 10. März sagten wir die Pool&Garden und Kulinar ab. Wir sorgten damit für Klarheit bei den Ausstellern, die die Vorbereitungen rechtzeitig stoppen konnten und sich Folgekosten ersparten“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Strasser. Die Pool&Garden und Kulinar findet heuer nicht mehr statt. Ein Verschieben der Messe hätte laut Strasser wenig gebracht, mit den Ausstellern wurde das bereits besprochen.

Einige Shops in Rosenarcade geöffnet

Ein Paradebeispiel ist das Tullner Einkaufszentrum Rosenarcade. Das Center hat zwar nach wie vor geöffnet (Mo-Fr, 9-19, Sa 9-18 Uhr), allerdings vorläufig nur noch folgende Shops: Billa (Mo-Fr 7.15-19.30 Uhr, Sa 7.15-18 Uhr), dm drogerie markt, Müller Drogeriemarkt, A1 (Mo-Sa, 10-18 Uhr), Drei (Mo-Sa, 10-18 Uhr), Tscherny Augenoptik: 9-10 Uhr Abholung oder Reparaturannahme am Geschäftseingang möglich, 0677/ 63105530). Alle weiteren Shops müssen geschlossen bleiben.

„Gemeinsam sind wir stark! Ein großes Dankeschön allen Mitarbeitern in unseren Shops, die unermüdlich für unsere Kunden da sind“, sagt dazu Centerleiterin Katharina Gfrerer.

Ein historisches Jubiläum sollte in Tullns berühmtem Traditionsmodehaus eigentlich am Donnerstag, 19. März, groß gefeiert werden: „200 Jahre Stift Mode!“ Unternehmerin Nina Stift bedauert: „Aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um das Coronavirus müssen wir unsere Feier leider verschieben.“ Die Feier ist jetzt für Donnerstag, 24. September, angesetzt.

In der Gastronomie startete beispielsweise der Kirchbacher Marienhof die Aktion „Wir bringen ’s heim“. Manuela Bauer setzt damit auf die Versorgung der Umgebung im Umkreis von 20 Kilometern mit ihrem Lieferservice. Wer beim Marienhof anruft, kann die Speisen von der tagesaktuellen Karte bestellen, sie werden geliefert. Besonders wichtig ist Bauer, dass der gesamte Vorgang kontaktlos abläuft, denn: „Das dient unser aller Sicherheit. Es geht hier nicht ums ‚gleich zahlen‘.“ Für Systemerhalter ist ihr Hotel noch 14 Tage geöffnet, allerdings gab es bereits Absagen. Für Manuela Bauer zählt: „Hier geht es um die Gesundheit, das ist das Wichtigste.“

Pause macht aktuell der Kulturbetrieb im Bezirk, beispielsweise muss der Spielbetrieb im Danubium Tulln bis zum 3. April, 12 Uhr, eingestellt werden. Die Agentur E&A konnte aber bereits Ersatztermine mit den von dieser Verordnung betroffenen Künstlern vereinbaren.

„Bereits gekaufte Tickets behalten für den jeweiligen Ersatztermin ihre Gültigkeit. Sollten Sie von diesem Angebot keinen Gebrauch machen wollen, können Sie in der Vorverkaufsstelle, in der sie die Karten gekauft haben, selbige zurückgeben und bekommen das Geld zurück. Diese Regelung gilt natürlich auch für Tickets eines TullnKultur - Abonnements. Bleiben Sie gesund!“, so das Team der TullnKultur auf der Homepage.

Kleine Selbstständige ohne Einkommen

Absagen und Verschiebungen sind für das Publikum ärgerlich, für die Künstler selbst bedeuten sie auch finanzielle Einbußen.

Charlotte Ludwig aus Würmla ist durch ihre einzigartige Interpretation von Wienerliedern weit über die Gemeindegrenzen hinaus ein Begriff. Auch sie musste alle Auftritte in der nächsten Zeit absagen: „Die Branche besteht aus vielen kleinen Selbstständigen, die jetzt kein Einkommen haben. Das trifft auch alle, die für die Künstler arbeiten. Lichttechniker, Musiker, Veranstalter und viele mehr. Sie alle richten sich darauf ein, dass es länger andauern wird.“ Die umtriebige Künstlerin zieht aber auch einen positiven Schluss aus der Krise: „Man hat Zeit ein neues Programm zu entwickeln und auszuarbeiten, kreativ zu sein … aber auch: Runterkommen, Ausruhen und etwas für sich selbst zu tun.“ Ihrem Konzert im Sieghartskirchner Kulturpavillon am 16. Mai blickt die Künstlerin zuversichtlich entgegen.