Corona-Cluster im Tullner Rosenheim. Im Tullner Pflege- und Betreuungszentrum sind 52 Personen, davon 37 Bewohner und 15 Mitarbeiter, mit Corona infiziert. Mit einem weiteren Anstieg wird nicht gerechnet.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:34)
Im Rosenheim hat sich ein Covid-19-Cluster gebildet. Zu Weihnachten – und nur wenige Tage vor dem Impfstart in Tulln – wurden die ersten Personen positiv getestet. Derzeit sind 37 Bewohner und 15 Mitarbeiter infiziert.
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Zu Weihnachten kam die Schock-Nachricht für viele Senioren und ihre Angehörigen: Das Coronavirus hat – nur wenige Tage vor dem Impfstart – das Tullner Rosenheim erreicht. 52 Personen sind infiziert (Stand: Montag, 4. Jänner).

„Der Cluster ist im Zuge von Routinetests aufgefallen“, bestätigt Bernhard Jany, Sprecher der niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur. 37 Bewohner und 15 Mitarbeiter sind derzeit betroffen. Mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen rechnet die Gesundheitsagentur aber nicht. Jany meint: „Momentan schaut es so aus, dass der Höhepunkt erreicht ist.“

„Momentan schaut es so aus, dass der Höhepunkt erreicht ist.“ Bernhard Jany, Sprecher der NÖ Landesgesundheitsagentur

Wie es den infizierten Bewohnern geht, kann der Sprecher nicht sagen. Auch wie es zu dem Cluster gekommen ist, ist nicht klar. Verwandte kreiden mangelnde Vorkehrungen an: „Die bestehenden Verordnungen reichen absolut nicht aus, um diese besonders vulnerable Gruppe unserer Bevölkerung effektiv zu schützen. Die Zahlen sprechen leider für sich“, kritisiert ein Angehöriger einer coronaerkrankten Bewohnerin. Er betont: „Mir geht es nicht darum, hier irgendjemanden aus dem Heim oder der Leitung dort anzupatzen. Aus meiner Sicht geben die Menschen dort alle ihr Bestes. Es ist die Gesundheitsbehörde des Landes, die hier beim Schutz hilfloser alter Mitglieder unserer Gesellschaft völlig versagt.“

Die Gesundheitsagentur wiederum unterstreicht, dass die Verordnung eingehalten und eine „breite Palette“ an Maßnahmen geboten wird. Dazu zählen: regelmäßige Tests für Bewohner und Mitarbeiter sowie eine Testpflicht für Besucher. Sprecher Jany versichert: „Wir tun alles, was möglich ist, einerseits für den Schutz der Bewohner, andererseits um Besuch zu ermöglichen. Ein Besuchsverbot ist das letzte Mittel der Wahl.“

Personal: Mehraufwand, aber keine Engpässe

Für den Angehörigen – er möchte anonym bleiben – ist das zu wenig. Er fordert Tests für alle: „Es ist skandalös, dass es der Politik und insbesondere den im föderalistischen System zuständigen Landesbehörden nach fast einem Jahr Pandemie nicht gelungen ist für alle, die das Heim betreten, verpflichtende Schnelltests zu etablieren. Natürlich stellt das bei Dienstantritt eine Verzögerung und auch einen zusätzlichen Aufwand dar, aber im Vergleich, würde das wohl als gerechtfertigt angesehen werden dürfen.“

Einen deutlichen Mehraufwand spürt das Personal schon jetzt, schließlich fehlen die 15 infizierten Kollegen. Jany: „Es ist immer schwierig, wenn Mitarbeiter ausfallen, das muss kompensiert werden.“ Engpässe beim Personal gebe es wegen des Clusters nicht, aber „es ist eine herausfordernde Zeit“, so der Sprecher.