Stadtgemeinde Tulln bietet jetzt Schnelltest an. Stadtgemeinde Tulln bietet jetzt Schnelltest um 20 Euro an. Menschen mit Symptomen sollen so rascher Klarheit erhalten.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 07. Oktober 2020 (04:34)
Stadtarzt Franz Bichler, Bürgermeister Peter Eisenschenk und Rotkreuz-Präsident Josef Schmoll präsentierten den Schnelltest.
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In Tulln gibt es mit Stand 3. Oktober 11 positiv getestete Personen, im ganzen Bezirk sind es rund 60. Der Winter steht vor der Tür. Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen, vielleicht auch Geruchs- und Geschmacksverlust müssen aber nicht gleich eine Corona-Erkrankung bedeuten. Wer an den erwähnten Symptomen leidet und in Tulln lebt oder arbeitet erhält ab sofort eine einfache Möglichkeit sich testen zu lassen und das zum Preis von 20 Euro. Am ersten Tag nutzten 34 Personen das Testangebot, nur ein Ergebnis war positiv.

„Wenn unzählige Menschen 1450 anrufen, Ärzte aufsuchen oder vorsichtshalber nicht am Arbeitsplatz erscheinen, dann ist das Chaos vorprogrammiert. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, hier selbst aktiv zu werden und eine lokale, kostengünstige Anlaufstelle für Corona-Tests zu schaffen“, erläutert Bürgermeister Peter Eisenschenk. Wenn Personen mit Symptomen rasch Klarheit haben und beruhigt sind, können diese rasch wieder ihren Aufgaben nachgehen. „Dadurch wird ein Beitrag geleistet, dass nicht das ganze Land wegen der COVID-Angst gegen die Wand gefahren wird“, betont Eisenschenk.

„Wenn unzählige Menschen 1450 anrufen, Ärzte aufsuchen oder vorsichtshalber nicht am Arbeitsplatz erscheinen, dann ist das Chaos vorprogrammiert"

Unterstützt wird die Stadtgemeinde bei der Aktion vom Roten Kreuz. „Es ist wichtig, alles zu tun, um dieses Virus einzudämmen. Das Rote Kreuz Niederösterreich ist bereits seit Monaten im Einsatz, um hier die bestmögliche Unterstützung durch unsere Tester zu geben – und dementsprechend ist es uns natürlich auch ein Anliegen, hier in Tulln gemeinsam mit der Gemeinde tätig zu werden“, sagt dazu Rotkreuz-Präsident Josef Schmoll.

Stadtarzt Franz Bichler betont: „Der Test ist hoch sensitiv und reagiert sehr spezifisch auf SARS2-Viren.“ Die Treffsicherheit liegt laut Firmenangabe bei 93 Prozent. „Ist der Test positiv, ist der Verdacht auf eine Infektion rasch bestätigt. Ist der Test negativ, sind die Symptome mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht durch das Coronavirus verursacht“, erklärt der Mediziner. Er betont weiters, dass der Schnelltest keine Konkurrenz zu bestehenden Systemen, sondern eine Entlastung und Ergänzung darstelle: „Wir wollen die Hotline 1450 entlasten und erreichen, dass möglichst wenig Menschen mit Infektionsanzeichen in die Arztpraxen kommen.“

Täglich können bis zu 120 Testungen durchgeführt werden. Die Stadt hat sich 6.000 Testkits gesichert und mit dem Hersteller vereinbart, bei Bedarf mehr abrufen zu können.