Junger Tullner zieht Fäden bei „GECKO“

Roman Markhart (27) sorgt im Hintergrund für die Koordination des Vorgehens in Sachen Corona-Krise. Wir sprachen mit ihm.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:51
Lesezeit: 2 Min
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Roman Markhart lebt in Tulln, er hat in Krems studiert.
Foto: VBS

Aufmerksame Tullner kennen Roman Markhart als Feuerwehrmann und seit 2020 auch als Gemeinderat der Tullner Volkspartei. Beruflich legte der junge Wirtschaftsrechtler eine steile Karriere hin. Aktuell leitet er die Gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination, kurz GECKO.

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Roman Markhart (ganz hinten) in seiner spärlichen Freizeit mit einigen seiner Kameradinnen und Kameraden der FF Tulln.
Foto: Stadtfeuerwehr Tulln

NÖN: Sie haben kurz vor Weihnachten erfahren, dass Sie Leiter der Geschäftsstelle GECKO im Bundeskanzleramt werden. Was war Ihre erste Reaktion?

Roman Markhart: Als ich gefragt wurde, habe ich kurz Rücksprache mit meiner Freundin und meiner Familie gehalten, die zeitliche Inanspruchnahme ist ja doch sehr groß. Danach habe ich recht schnell zugesagt und mich sehr gefreut.

„Ziel von GECKO ist es, eine koordinierende Rolle einzunehmen, ohne in die jeweiligen Zuständigkeiten einzugreifen. Eine Gratwanderung, die nur durch viel persönlichen Austausch funktioniert.“

Mit ihrem Team übernehmen Sie eine Brückenfunktion, einerseits zwischen Gesundheits- und Verteidigungsministerium, anderseits auch zwischen Bund und Ländern, wie sieht das konkret aus?

Bei der Bewältigung von Krisen sind in Österreich die Zuständigkeiten stark verteilt – sie reichen vom Bund zu den Ländern bis hin zu den Gemeinden. Ziel von GECKO ist es, hier eine koordinierende Rolle einzunehmen, ohne in die jeweiligen Zuständigkeiten einzugreifen. Eine Gratwanderung, die nur durch viel persönlichen Austausch funktioniert. Nur durch ein gesamtstaatliches Vorgehen können die diversen Maßnahmen auch funktionieren, davon bin ich überzeugt.

Zuvor waren Sie stellvertretender Kabinettschef im Verteidigungsministerium. Können Sie wesentliche Erfahrungen nennen, die Ihnen bei der neuen Aufgabe helfen?

Zwei wesentliche Erfahrungen sind besonders hilfreich bei meiner neuen Tätigkeit. Zum einen durfte ich durch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner lernen, wie man erfolgreich Verhandlungen führt – sie konnte mehrmals historische Höchststände beim Verteidigungsbudget ausverhandeln. Zum anderen durfte ich lernen, wie das Bundesheer arbeitet und Entscheidungen trifft – das hilft mir jeden Tag.

„Keine Organisation hat mich mehr geprägt als die Freiwillige Feuerwehr Tulln.“

Wie sieht aktuell ein durchschnittlicher Arbeitstag für Sie persönlich aus?

Jeder Tag ist anders. Ich verbringe viel Zeit am Telefon oder bei Videokonferenzen. Ansonsten nehme ich an etlichen Sitzungen und Terminen teil, bei denen wir die Politik beraten oder die GECKO-Mitglieder sich eine Meinung bilden. Zumeist koordiniere ich Vorgänge und Projekte oder beschaffe Daten und Informationen.

Sie sind auch Gemeinderat und Feuerwehrmann in Tulln – geht sich das noch aus?

Eingeschränkt, aber ja. Ich bin gerne Gemeinderat, weil Kommunalpolitik die Politik ist, bei der man am unmittelbarsten für seine Mitmenschen da sein kann. Bei der Feuerwehr durfte und darf ich seit mehr als zehn Jahren lernen und mitarbeiten. Keine Organisation hat mich mehr geprägt als die Freiwillige Feuerwehr Tulln.