Crash im Kreisverkehr forderte ein Todesopfer. TRAGISCH / Gegen die Einbahn, Alkohol und ohne Gurt drei Fußballer des FC Tulln verunglückten im Stadtgebiet schwer. Für einen kam jede Hilfe zu spät.

Erstellt am 27. Juli 2011 (08:16)
Bereits kurze Zeit nach dem Unfall bezeugten Angehörige und Freunde ihre große Trauer am Unglücksort.KINDLER
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VON DORIS FIRMKRANZ

TULLN / Es war kurz vor 23 Uhr, als am vergangenen Samstag der weiße Seat Leon im Buchinger-Kreisverkehr außer Kontrolle geriet. Der Lenker, ein 22-jähriger Fußballer des FC Tulln, war mit zwei Vereinskollegen von Westen kommend Richtung Stadtgebiet unterwegs - mit weit überhöhter Geschwindigkeit. Das Fahrzeug stieß gegen einen Fahrbahnteiler, überschlug sich und krachte am Dach gleitend schließlich in das Betonfundament einer Bahnunterführung.

Sein Freund und Kamerad  verstarb noch im Wrack

Für den auf dem Rücksitz sitzenden Marc Pulikowski (19) kam jede Hilfe zu spät, er starb noch an der Unfallstelle.

Beifahrer David Kerschbaumer (18) wurde schwer, der Lenker selbst leicht verletzt. Beide wurden nach der Erstversorgung ins Donauklinikum gebracht. Bei Kerschbaumer wurde eine Lungenquetschung diagnostiziert, er konnte die Intensivstation jedoch schon verlassen. Am Fahrzeug entstand Totalschaden.

Bereits in derselben Nacht trafen Angehörige und Feunde am Unfallort ein, legten Blumen ab und entzündeten Kerzen. Schock und Trauer herrschen auch im Fußballverein (siehe Seite 69).

Lenker wollte offensichtlich  Polizeikontrolle entkommen

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen versuchte der Unglückslenker, einer Polizeistreife zu entkommen. Die Beamten wollten das Fahrzeug stoppen, nachdem es in der Nähe des Sportplatzes gegen eine Einbahn gefahren war. Offenbar um seinen Führerschein bangend, raste der junge Mann (eine Messung ergab 0,68 Promille Alkohol im Blut) davon. Nach dem Horrorcrash muss er jedoch mit erheblich weitgreifenderen Folgen rechnen.

Alle drei Insassen waren überdies nicht angeschnallt.