Tulln

Erstellt am 10. Februar 2019, 06:23

von Thomas Peischl

Ein Abend mit Edelfeder Guido Tartarotti. Der Kultur-Journalist, Kolumnen-Spezialist und Kabarettist bringt im Danubium am Samstag, 16. Februar, eine Lesung mit einem Best of aus seinem Schaffen.

Guido Tartarotti liest am Samstag, 16. Februar, unter dem Titel „Selbstbetrug für Anfänger“ im Tullner Danubium.  |  Ingo Pertramer

Er führt eine der Edelfedern dieses Landes, seine Kolumnen sind sehr gute Gründe, beispielsweise die „Freizeit“ im Kurier zu lesen, und er hat mittlerweile fünf Kabarettprogramme auf die Bühne gebracht: Guido Tartarotti. Musik- und Kulturfreunden ist er auch unter dem beneidenswerten Kürzel „Guitar“ bekannt.

Am Samstag, 16. Februar, wird er um 19.30 Uhr mit „Selbstbetrug für Anfänger“ einen Leseabend im Tullner Danubium gestalten. „Eine Art Best of mit meinen Kolumnen, Auszügen aus meinen Kabarettprogrammen und unveröffentlichten Texten. Auch das Publikum kann Fragen stellen, es ist im Grunde ein sehr freies Format“, erklärt Tartarotti.

„Man sollte sich selbst schon ernst nehmen, aber nicht zu ernst.“ Guido Tartarotti

Wichtig ist dem Künstler dabei, dass er selbst Hauptgegenstand seiner Satire ist: „Andernfalls wirkt man schnell unsympathisch oder arrogant und meine Grundhaltung ist: Man sollte sich selbst schon ernst nehmen, aber nicht zu ernst.“

So befasst er sich gerne mit den eigenen Schrullen, denn „von der chronischen Flugangst bis zu meiner Bärlauch-Phobie habe ich ja genug davon“ (wobei er über letztere gar nicht so häufig schreibt, wie oft gemutmaßt wird).

Ursprünglich wollte Tartarotti ja Musiker werden. Weil er aber irgendwann auch Geld verdienen musste, landete er Ende der 80er-Jahre im Journalismus, zunächst übrigens bei der NÖN in seiner Heimatstadt Mödling. „Von Zufall zu Zufall“ (wohl eher weil er wirklich gut schreibt) wurde er Kulturchef beim Kurier. Eine Funktion, die er nach zehn Jahren wieder zurücklegte, um sich mehr dem Schreiben widmen zu können.

2008 stand er erstmals mit einem eigenen Programm auf einer Kabarettbühne. Seitdem lebt er den Doppelberuf: „Das taugt mir gerade sehr, wobei der Journalismus meine finanzielle und berufliche Basis ist. Solange es Zeitungen gibt und ich nicht pensionsreif bin, werde ich meine Kolumnen schreiben.“

Zur Gitarre greift Tartarotti immer noch gerne, aber in erster Linie in Amateurbands oder für Freunde. Zuletzt wurde ein Auftritt aber doch öffentlich, und zwar auf Twitter im Rahmen einer „Oder bist du feig?“-Challenge des befreundeten Kabarettisten Thomas Stipsits: „Da habe ich Gitarre gespielt und Danzer-Lieder gesungen.“

Nach Tulln kommt Tartarotti übrigens mit dem Zug, denn als 2012 sein erst viereinhalb Jahre altes Auto überraschend den Dienst quittierte, weigerte er sich standhaft, ein neues zu kaufen: „Ich habe es nie bereut und seitdem viel Geld, Nerven und vor allem in Wien auch Zeit gespart.“