Christoph Fritz als "böses, böses Babyface". Christoph Fritz überzeugt im Danubium

Von Thomas Peischl. Erstellt am 01. Mai 2019 (15:24)
E&A-Geschäftsführer Erich Schindlecker mit Christoph Fritz, der sich seine sympathische Nervosität vor dem Auftritt kaum anmerken ließ.
Peischl

Es kommt im Danbuium immer häufiger vor, dass auch Künstler, die noch nicht weltbekannt in Österreich sind, für nahezu lückenlos volle Sitzreihen im Publikum sorgen. Zuletzt geschehen bei Christoph Fritz, der sein hochgelobtes Debütprogramm „Das jüngste Gesicht“ zum Besten gab.

Der Vergleich ist nicht neu (der nicht eruierbare Urheber möge verzeihen), aber alleine zur besseren Einordnung ist er unerlässlich: Fritz erinnert in vielen Momenten an Josef Hader. Das beginnt bei der Mikrofonhaltung, geht über die Art der Aufbereitung mancher Pointen und reicht einige Male sogar durchaus bis zur Qualität des Dargebotenen.

„Am Land, wo ich herkomm’ … Sie sehen also, ich teile Ihr Schicksal.“ Christoph Fritz über seine fiktive Heimatgemeinde Kleinschraming am Winzling

So ist Fritz überzeugt, dass die Bedeutung von Namen gar nicht überschätzt werden kann: „Wer Gertrude heißt, kommt als strickende Pensionistin auf die Welt.“ Und bei Tiffany sei die Reihenfolge „erst das Kind, dann der L17-Führerschein“ quasi vorprogrammiert. Grundsätzlich ist mehr oder weniger böser, meistens aber sehr schwarzer Humor die große Stärke des 24-Jährigen, der seinen überschaubaren Erfolg in der Frauenwelt (oder „bei den Ladies“ wie er sie nennt) darauf zurückführt, dass er aussieht wie ein 15-jähriger Ministrant, der aussieht wie ein 12-jähriger Ministrant, der … Fritz lässt für den Kabarettnachwuchs in Österreich hoffen und wenn er die Qualität bei folgenden Programmen halten oder gar steigern kann, bleibt weiter zu hoffen, dass er mit 90 (wenn er dann aussieht wie 35) noch immer auf den Bühnen des Landes zu sehen sein wird.