Schlägerungen sorgen für verbalen Schlagabtausch. Bäume, heiß umstritten: Grüne sprechen von intransparentem, „unvorbildlichem“ Vorgehen der Stadt, TVP von eigenartiger PR der Grünen.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 06. Mai 2021 (04:46)

Im Wasserpark-Areal zwischen Alpenvereinshaus, Hundeauslaufzone und Donaubrücke wurden schon vor einigen Wochen zahlreiche Bäume geschlägert. Nach Einschau in die entsprechenden Unterlagen üben die Tullner Grünen jetzt Kritik an der Vorgangsweise der Stadtgemeinde.

Auslöser für die Schlägerungen war das Ende eines Dienstbarkeitsverhältnisses zwischen Stadt und Bundesheer. Da sich auf dem betroffenen Areal alte Bunkeranlagen befinden, wurde es bislang vom Heer als Nutzungsberechtigter verwaltet. Nun sollen die Flächen zurück in die Verwaltung der Stadt gelegt werden. Die Grünen stießen sich an einer Formulierung in den Dokumenten, wonach die fast vier Hektar große Fläche „geräumt“ zurückgegeben werden müsse. Dies beinhalte die Abholzung zahlreicher Bäume, was von der Gemeinde bei mehreren Begehungen auch gefordert worden sei.

„Die Stadtgemeinde Tulln geht hier völlig intransparent und unvorbildlich vor - eigentlich müsste um jeden Baum gekämpft werden, stattdessen wird aus Bequemlichkeit und vorgeschobenen Haftungsgründen die Abholzung gesunder Bäume verlangt“, kritisiert Umweltgemeinderat Bernhard Granadia.

„Die Stadtgemeinde Tulln geht hier völlig intransparent und unvorbildlich vor"

Peter Höckner, Fraktionsobmann der Tullner Volkspartei, kontert: „Ein genaueres Studium der Unterlagen hätte den Grünen gut getan!“ Die „Räumung“ beziehe sich auf den Bunker und nicht auf die Bäume, außerdem sei die betroffene Fläche lediglich ein paar hundert Quadratmeter und nicht vier Hektar groß. Was die tatsächlich gefällten Bäume angeht, so handelt es sich laut Höckner um „altersschwache Pappeln“, die laut dem Förster des Bundesheeres eine Gefahr für Menschen darstellten: „Deshalb wurden sie vom Bundesheer als Adressat für allfällige Haftungsansprüche selbst entfernt.“ Von den Vorwürfen bleibe nichts übrig, außer „eine mehr als eigenartige PR-Aktion“ der Grünen.

Diese hegen dennoch Zweifel an der Notwendigkeit aller Schlägerungen. „Wir haben nicht den Eindruck, dass hier alles getan wurde, um möglichst wenige Bäume entfernen zu müssen“, sagt Vizebürgermeister Rainer Patzl.