Radunterführung in Langenrohr wird jetzt verbessert. Radlobby bestätigte Kritik, Gemeinde Langenrohr urgierte Korrekturen. Im Herbst sollen Mängel behoben werden.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 21. August 2019 (04:33)
NOEN
Eigentlich soll die Fahrbahnbreite durchgehend drei Meter betragen. Eine Adaptierung bis zur Fertigstellung im November wurde zugesagt.

Ein Hobby-Sportler aus Kirchberg hatte als erster Alarm geschlagen. Unter dem Titel „Warum baut man solche Fallen ein?“ berichtete die NÖN daraufhin über Risiken und Gefahren auf der nagelneuen Unterführung auf dem Donauradweg zwischen Tulln und Kronau. Diese war im Zuge des Baus der Umfahrungsstraße Asparn/Kronau errichtet worden.

Die Interessensvertretung Radlobby Tulln nahm den Bericht zum Anlass, eine kritische „Test-Beradlung“ durchzuführen. „Jetzt stellt sich leider auch für uns die Frage, warum hier entweder schlecht geplant oder am falschen Platz gespart wurde“, fasst Sprecher Alfred Kaiblinger zusammen.

Radlobby Tulln
Für zwei Radfahrer ist die Unterführung gerade breit genug. Mit Anhängern und Packtaschen oder für Tandems wird es eng.

Schließlich handle es sich hier nicht um irgendeinen x-beliebigen Weg, sondern um die Radroute E6, die am äußerst stark befahrenen Eurovelo 6, der vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer führt und gerade auf der Strecke Passau - Wien/Bratislava besonders beliebt ist.

Nicht nur, dass es gelte eine Engstelle und zwei Spitzkehren zu passieren, seien diese auch noch schlecht beschildert. Hauptkritikpunkt ist aber die Unterführung selbst, diese sei:

1. Schlecht, zu spät bis gar nicht einsehbar.

2. Zu schmal für den Begegnungsverkehr mit Rädern mit Packtaschen, Radanhängern oder Tandems.

3. Durch scharfkantige Randsteine verschmälert. Bei Ausweichmanövern besteht weiters die Gefahr, hier mit dem Pedal hängen zu bleiben.

NOEN
Ein Radlobby-Biker begutachtet die scharfkantigen Randsteine.

Mehr als unzufrieden mit der Planung der Radunterführung zeigte sich auch Bürgermeister Leopold Figl (Marktgemeinde Langenrohr): „Wir investieren massiv in diesen Radweg, da erwarte ich mir auch eine sinnvolle und technisch funktionierende Lösung.“ Neben den bereits angesprochenen Kritikpunkten habe es auch noch Probleme mit der Versickerung gegeben. Alle diese Probleme habe er bei einer Projektbesprechung am Montag energisch zur Sprache gebracht.

NOEN
Muss ein Radler ausweichen, kann er mit dem Pedal hängen bleiben.

„Wir haben eine fixe Zusage, dass hier noch einmal umgebaut wird“, versichert der Bürgermeister. Warnschilder und Bodenmarkierungen werden optisch mehr Sicherheit bieten, aber auch was Streckenführung und technische Umsetzung angeht, soll noch einmal nachgebessert werden.

„Wir haben eine fixe Zusage, dass hier noch einmal umgebaut wird“

Gute Nachrichten hat Figl auch für Autofahrer: „Der direkte Weg nach Pischelsdorf ist wieder offen und der Zeitplan für die Verkehrsfreigabe der Umfahrung Asparn/Kronau im November wird sehr wahrscheinlich eingehalten werden können.“