Erstellt am 30. April 2015, 06:40

von Maria Knöpfl

Letzte Tage im Kraftwerk. Strompreisentwicklung war maßgeblich für Entscheidung. Nach Abschaltung des Verbundblocks folgt im Kohlekraftwerk Dürnrohr die Endrevision der gemeinsamen Anlagen.

Das Kohlekraftwerk wurde von Verbund und EVN betrieben. Der rechte Block wird von Verbund am 30. April stillgelegt. Foto: Knöpfl  |  NOEN, Maria Knöpfl

Seit Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks 1986 wurden in Dürnrohr vom Verbund 37 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt. 2014 war der Verbundblock 3.100 Stunden in Betrieb, im Jahr 2010 waren es noch mit 6.270 noch doppelt so viele. „Ein maßgeblicher Einflussfaktor für die Entscheidung zur Stilllegung von Dürnrohr war die Strompreisentwicklung“, erläutert Geschäftsführer Robert Koubek. Durch das schwache Wachstum in Europa, die steigenden Transportkosten für die aus Polen und Tschechien eingeführte Kohle, sowie die Subventionen für Wind- und Solarkraft hat die strategische Konzernentscheidung zum Ausstieg herbeigeführt. Derzeit hat der Konzern in Dürnrohr rund 20 % mehr Kosten als Erlöse.

Dazu Stefan Zach von EVN: „Dürnrohr ist für EVN ein wichtiger Energieknoten. Die Schließung des Verbund-Blocks hat für die EVN keine Bedeutung. Maximal wird das Kraftwerk noch 10 Jahre laufen können.“

Bei der Kraftwerkserrichtung wurde eine eventuelle Trennung nicht bedacht.

Geschäftsführer Robert Koubek: „Die vertragsrechtliche Situation der Trennung muss mit EVN erst geklärt werden.“ Dabei geht es etwa um die derzeit gemeinsam betriebenen Verkehrsflächen, Gebäude und die Logistik.

Nach der Abschaltung am 30. April beginnen die Stilllegungs- und Revisionsarbeiten. Danach soll das Fachpersonal größtenteils ohne betriebliche Kündigung in andere Konzernbereiche wechseln und die verbleibende Restmannschaft von 20 Personen soll weiter jährlich reduziert werden.