Letztes Kohlefeuer wurde entzündet. 33 Jahre lang wurde das Kohlekraftwerk in Dürnrohr betrieben. Es wird auch künftig als Energiestandort weiterentwickelt.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 07. August 2019 (04:28)
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Die geplante Fotovoltaikanlage, im Hintergrund die Restkohle.

„Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist ein richtiger und wichtiger Schritt, weil die Stromerzeugung durch Kohle die CO2-schädlichste Erzeugungsform ist“, erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim letzten Kohlefeuer im Kraftwerk Dürnrohr.

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Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim letzten Kohlefeuer im Kraftwerk Dürnrohr.

„Wir wollen sensibel mit Mutter Erde umgehen.“ Johanna Mikl-Leitner

Am 30. September 1986 gab es hier das erste Kohlefeuer. Von den meterhohen Kohlebergen ist nicht mehr viel übrig. Zu Spitzenzeiten produzierte Dürnrohr in den letzten Jahren Strom für rund 1,7 Millionen Haushalte. „Der frühzeitige Ausstieg ist ein Beitrag zum Klimaschutz in Österreich“, so Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz.

 „Dürnrohr bleibt aber ein Ort der Energie“

 Dürnrohr bleibt zentraler Energieknoten, ein „Ort der Energie“ und wird als wichtiger Energiestandort weiter entwickelt. „Wir setzen die Erfolgsgeschichte der blau-gelben Energiewende fort“, so die Landeshauptfrau, die von einem „historischen Tag“ spricht.

„Der frühzeitige Ausstieg ist ein Beitrag zum Klimaschutz in Österreich.“ Stefan Szyszkowitz

Konkret nutzt hier die EVN 500.000 Tonnen Haus- und Gewerbemüll pro Jahr als Brennstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung. „Die EVN plant die Errichtung einer großen Photovoltaik-Anlage, es werden rund 20 Millionen Euro in künftige Projekte investiert “, so Szyszkowitz. Trotzdem werde man an die Kohleleistung nicht herankommen, „den Energiebedarf zu decken, wird eine Herausforderung“, so Szyszkowitz.

„In 24 von 28 EU-Mitgliedstaaten wird noch Strom aus Kohle gewonnen, 260 Kohlekraftwerke stehen noch in Europa, eine erschreckend hohe Zahl, die auf Null zu bringen ist.“ Johanna Mikl-Leitner

„NÖ ist hier Vorreiter in Österreich und ganz Europa“, weiß Mikl-Leitner. Aber: „Es gibt noch mehr zu tun für nachhaltigen Klimaschutz“. Dabei spricht die Landeshauptfrau den Energiefahrplan an, der die Reduktion von Treibgas, die Verdoppelung der Windenergie und die Verzehnfachung der Photovoltaik vorsieht.

Die Voltaikanlage wird für 6.000 Haushalte reichen. Es gibt neue Herausforderungen und Technologien. Stefan Szyszkowitz

In NÖ werden zu Spitzenzeiten 100 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbarer Energie gewonnen, der Österreich-Durchschnitt liegt bei 70 Prozent, in Deutschland sind es gar nur 30 Prozent.

„NÖ ist hier Vorreiter in Österreich und ganz Europa.“ Johanna Mikl-Leitner

Mikl-Leitner: „In 24 von 28 EU-Mitgliedstaaten wird noch Strom aus Kohle gewonnen, 260 Kohlekraftwerke stehen in Europa, eine erschreckend hohe Zahl, die auf Null zu bringen ist.“