Region Wagram: Klima und Tourismus als Schwerpunkt. Ganze Region wird angeregt den Energiehaushalt genauer zu überdenken.

Von Günter Rapp. Erstellt am 13. Oktober 2020 (03:02)
Regionsobmann Franz Aigner und KEM-Manager Stefan Czamutzian glauebn ans Energie-Bewusstsein ihrer Mitbürger.
Rapp

„Man merkt den neuen Schwung, den es in der Region seit einigen Monaten gibt“, freut sich Franz Aigner, Obmann des Verein Tourismus und Regionalentwicklung (KEM) – Region Wagram. Vor allem die Stadt Tulln als Teil der Region Wagram hilft wesentlich mit. Vor dieser Kulisse ist es leicht, das große Jubiläum zu feiern: „10 Jahre Klima- und Energiemodellregion Wagram“!

Zweifellos ist gerade jetzt Vieles coronaüberschattet. Trotzdem steht das Thema Klima in der Region im Focus. Vor allem Grafenwörth ist hier sehr bemüht, als e5-Gemeinde in der Champions League der energieeffizienten Gemeinden. „Diese Projekte werden natürlich auch einem Audit unterzogen“, weiß KEM-Manager Stefan Czamutzian.

Alle Themen, Klima und Energie betreffend, werden im „Neuland“, dem Magazin der Weinregion Wagram & der Gartenstadt Tulln, ausführlich behandelt. „Trotz Corona hat sich heuer viel getan“, sagt Franz Aigner. „Spürbar mehr Menschen als bisher gehen unseren Weg mit.“ Den Weg Richtung Klimawende, die von vielen Experten als die größte Herausforderung eingeschätzt wird.

Region Wagram soll energieautark werden

Gerade im Bereich des Tourismus stehen Weinbaubetriebe und Heurige, Beherbergungsbetriebe und Tourismusprojekte im Vordergrund. Langfristig soll die Region Wagram auch energieautark werden. KEM-Manager Stefan Czamutzian: „Um das zu erreichen sollen der Wärme- und Stromverbrauch reduziert werden, etwa durch Sanierung von alten Gebäuden, Grüne Energie aus Sonne, Wasserkraft oder Holz ersetzt fossile Energieträger wie Öl oder Gas.“ Um das erreichen zu können gibt es enge Kooperationen zwischen KEM und den Gemeinden der Region. Synergien ergeben sich auch durch große Photovoltaik- oder Grünraumprojekte.

Klimawandel ist jetzt im Bewusstsein der Leute

Zusätzlich hat die KEM E-Bikes in die Region Wagram gebracht, platziert bei den Zimmervermietern. „Das Wollen wir weiter ausbauen, denn der Bedarf ist vorhanden, auch wenn viele Gäste ihre eigenen Fahrräder mitbringen“, so Czamutzian.

Gewandelt hat sich in der Region Wagram tatsächlich sehr viel. Vor allem das Bewusstsein, was Klima und Klimawandel betrifft. Auf die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels wird durch besondere Maßnahmen geachtet. Lösungen hat hier die KLAR (=KlimawandelAnpassungsModellRegion) parat. Dabei geht es um trockenresistente Grünflächen in Siedlungs- und Gewerbegebieten, Empfehlungen für Häuslbauer zum Schutz gegen Hitze und Starkregenereignisse sowie Begrünungsmischungen im Weinbau.

Letztlich sind es auch Bürgerbeteiligungen an ökologisch wichtigen Energieprojekten, die von der KEM forciert werden. Derzeit ist die Marktgemeinde Grafenwörth mit einem Bürgerbeteiligungsprojekt „auf Schiene“. Doch auch andere Gemeinden haben Interesse an derartigen Projekten.

Fakt hinsichtlich der Klimaaktivitäten und des Tourismus ist: Die Ressourcen vor der eigenen Haustüre werden verstärkt geschätzt. „Wir wohnen doch in einer tollen Gegend“, lobt Franz Aigner seine eigene Region.