Rapid-Kaffee aus Erpersdorf als Erfolgsgeschichte. Andreas Heigl ist Immobilienspezialist, aber nebenbei gewann er die Kaffeeausschreibung für das Weststadion.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 14. April 2018 (03:23)
In der Rekordmeisterbar steht eine große Cimbali-Maschine. Andreas Heigl: „Sie wurde zerlegt, für unser Tabssystem neu aufgebaut und mit Rapid-Logos gebrandet.“
NOEN, Peischl

Stichprobenartiges Umhören in Schulen und Lokalen im Tullnerfeld bestätigt: Es gibt bei uns sehr viele Rapidfans. Ein weiteres Indiz: Die private Westbahn bleibt nur dann hier stehen, wenn die Grün-Weißen ein Heimspiel haben. Was viele dieser Rapidfans vermutlich noch nicht wissen: Wenn sie in der Allianzarena (oder dem Weststadion, wie es wohl öfter genannt wird) einen Kaffee trinken, dann steht dahinter ein Tullnerfelder.

Konkret handelt es sich um Andreas Heigl, einen Erpersdorfer, der eigentlich Elektriker gelernt hat, der aber schließlich in der Immobilienbranche gelandet ist. Und „über einen Freund“ kam der Hobby-Barista auch noch in die Kaffeebranche. „Konkret ging es um die Gastronomieschiene Lavazza Blue, die mit Tabs funktioniert“, berichtet Heigl. Als Kaffeegourmet hielt er zunächst wenig bis gar nichts von Tabs, aber eine Geschmacksprobe überzeugte ihn. Heigl übernahm die Lizenz, und damit die Best Coffee Club GmbH.

Durchgesetzt gegen starke Konkurrenz

Wie es der Zufall wollte, stand kurze Zeit später die Kaffee-Ausschreibung für das neue Rapid-Stadion an. Die Firma Eurest hatte gerade den Zuschlag für den gesamten Gastrobereich bekommen und suchte nun Partner. „Ganz ehrlich: Am Anfang habe ich mir kaum Chancen ausgerechnet“, gibt Heigl zu. Aber natürlich versuchte er es trotzdem und offenbar machte der Best Coffee Club seinem Namen alle Ehre, denn er setzte sich gegen starke Mitbewerber wie Segafredo oder Meinl Kaffee durch. Heute stehen 96 Tabs-Maschinen mit Rapid-Logo in der Allianz Arena.

„Neben der großen Cimbali in der Rekordmeister-Bar haben wir mehrere mittelgroße Geräte und zahlreiche kleine im Einsatz, die sich auch rasch mobil anderswo einsetzen lassen, wenn die Nachfrage auf einer Ebene besonders groß ist“, erklärt Heigl. Er selbst und seine Lebensgefährtin Pia Meyer (die auch die gute Seele im Büro ist) sind jetzt nicht nur oft im Weststation, um zu prüfen, ob mit der Kaffee-Versorgung alles passt, sie verfolgen auch viele Spiele aus der Loge des Best Coffee Clubs in der höchsten Ebene der Fußball-Arena.

VFL Wolfsburg zeigt Interesse an Tabssystem

Die speziell designten Kaffeemaschinen gibt es übrigens nicht nur für Rapid. Für die Tullner Kinderbuchreihe „Bakabu“ wurden genauso Maschinen „gebrandet“ wie für George-Banking, Lyconet oder Sturm Graz. „Jetzt hat sich auch der VFL Wolfsburg sehr interessiert an unserem Tabssystem gezeigt, aber da laufen die Gespräche frühestens für 2019/2010“, sagt Heigl.

Bewährt habe sich das System außerdem auch beim Superbowl-Event des Fernsehsenders Puls 4 in der Albert Schulz-Halle der Wiener Capitals. „Die ganze Nacht über haben wir mit sechs Maschinen insgesamt 4.800 Tabs verarbeitet“, berichtet Heigl. Für ein Hobby läuft es also ganz gut.

Neuigkeiten in der Tullner City Passage

Hauptberuflich ist der Erpersdorfer ja in der Immobilienbranche zu Hause. Den Einstieg dort machte er bereits 2003 mit dem Fachmarktzentrum Amstetten. „Nachdem mein damaliger Geschäftspartner Privatkonkurs anmelden musste, wäre es auch beinahe wieder das Ende gewesen, aber es ging gut“, erinnert sich Heigl.

Einige Jahre später erwarb er die Tullner City Passage. „Die läuft jetzt gut, es sind fast alle Lokale vermietet, ein Imbiss soll demnächst eröffnen und mit einem Männerfriseur laufen die Verhandlungen“, betont Heigl. Außerdem findet man auf seiner Immobilienliste das City Center Salzburg, das EKZ Weinland Leibnitz oder das EC Eugendorf Center.

Und privat? Am 10. August 2018 wird der Unternehmer seine Pia heiraten, und geflittert wird ganz romantisch auf den Malediven.