20 Jahre europäisches Pendant zum Dollar: Stimmen aus Tulln

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:12
Lesezeit: 3 Min
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Der damalige Volksbankdirektor Herbert Blauensteiner und die Volksbank-mitarbeiterin Bettina Zahlbruckner präsentierten 2002 die ersten Euro-Scheine aus dem Geldausgabeautomaten.
Foto: Peischl
Der Euro ist heute eine internationale Leitwährung und offizielles Zahlungsmittel für 340 Millionen Menschen.
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Das Euro-Bargeld feierte am 1. Jänner seinen 20. Geburtstag. Neben Österreich stellten 2002 auch Österreichs wichtigster Handelspartner Deutschland, beliebte Urlaubsländer, wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich, sowie Belgien, Finnland, Irland, Luxemburg, Niederlande ihre Landeswährung auf Euro um.

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Die Warteschlange vor dem Euro-Bus am Hauptplatz war jedes Jahr lang. Hier, im Jahr 2012, zehn Jahre nach der Einführung, wurden 493.400 Schilling in Euro umgewechselt.
Foto: Urbanitsch

Der Abschied der Tullner vom Schilling verlief gemächlich. Der Euro-Bus der Österreichischen Nationalbank (ÖNB) hat selbst in den letzten fünf Jahren seiner Tour - 2013 bis 2019 - in Tulln noch insgesamt rund 2,5 Millionen Schilling umgetauscht.

„Idee der Identitätsstiftung ist voll aufgegangen“

Was sagen Experten in Sachen Geld zum Euro? „Die Idee der Identitätsstiftung durch die gemeinsame Währung ist voll aufgegangen. Und geldpolitisch ist der Euro tatsächlich zum Pendant des US-Dollar geworden als internationale Leitwährung“, meint Karl Hameder, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Tulln.

Ähnlich argumentiert Birgit Reiböck, Volksbank Niederösterreich AG: „Wenn man als Wirtschaftsunion gemeinsam agieren möchte, braucht man eine gemeinsame Währung. Man braucht nur auf die aktuellen Probleme in Großbritannien zu blicken, um zu sehen, dass vieles gemeinsam doch besser funktioniert. In der globalisierten Welt ist eine starke Währungsunion sehr wichtig“.

„Gefühlte Teuerung ist normaler Preisanstieg“

Auf die Frage, ob sich Befürchtungen wie Teuerung durch Kaufkraftverlust, zusätzliche Konkurrenz durch Vergleichbarkeit von Preisen oder Verlust von Steuerungsmöglichkeiten der Währungspolitik bestätigt hätten, antwortet Hameder: „Fakt ist, dass die gefühlte Teuerung ein ganz normaler Preisanstieg innerhalb von 20 Jahren geblieben ist. Jedes Internetportal vergleicht heute Preise in allen gängigen Währungen - also auch hier hat die Realität uns alle eines Besseren belehrt. Und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat Substanz und Erfolg gezeigt – speziell in den turbulenten Jahren, als sie Krisen und Bedrohungen mit Stärke entgegengetreten ist und speziell kleine Länder dadurch nicht der Spekulation gegen eine schwächere nationale Währung ausgeliefert waren.“

Konsumenten profitieren vor allem vom Wegfall des Währungstausches und einem besseren Preisvergleich bei Einkäufen in anderen Euro-Mitgliedsländern. Auch darüber hinaus kann der Euro als Zahlungsmittel verwendet werden. „Der Euro hat sich neben dem US-Dollar als gern gesehene Fremdwährung in Ländern wie Ägypten oder der Türkei etabliert“, meint Alexandra Seeland vom TUI-Reisebüro.

Nachdem auch Estland, Lettland, Litauen, Malta, Slowakei, Slowenien und die Republik Zypern auf Euro umgestiegen sind, ist er heute offizielles Zahlungsmittel für mehr als 340 Millionen Menschen in 19 EU-Mitgliedstaaten.

Wer mehr über den Euro wissen möchte, findet auf der von der ÖNB erstellten Website www.euroat20.at interessante Informationen.

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