Es regnete wieder einmal Gabeln im Bezirk Tulln. Falstaff zeichnete bezirksweit 20 Gastronomiebetriebe aus. Damit bleibt das Tullnerfeld ein Hotspot für Feinschmecker.

Von Günter Rapp, Doris Firmkranz und Kristina Veraszto. Erstellt am 28. April 2021 (04:36)

Testesser waren wieder fleißig unterwegs, um jene Restaurants und Gasthäuser auszuzeichnen, die ihrem Gaumen am meisten schmeicheln konnten. Es gibt auch kaum Gastronomen, die sich nicht mit möglichst vielen Hauben (die von Gault Millau) oder Gabeln (von Falstaff verliehen) schmücken wollen.

Toni M. hat’s wieder einmal geschafft, sich mit vier Falstaff-Gabeln – gleichbedeutend mit 95 von insgesamt 100 Punkten – an die Spitze der bezirksweiten Reihung zu setzen. Sein Mörwald Relais & Chateaux Gourmet gehört damit zu den zehn Top-Gastronomiebetrieben österreichweit. Dass es in drei weiteren Mörwald-Betrieben je zwei Gabeln gibt, ist für den kochenden Tausendsassa mehr als nur erfreulich.

„Besonders freuen wir uns, dass es am 19. Mai wieder losgehen soll und wir Gäste in unseren Lokalen begrüßen dürfen“, so Toni Mörwald zur NÖN. „Nach insgesamt 268 Schließtagen wollen wir endlich wieder unsere Gäste bewirten.“ Die lange Zeit des Lockdowns hat man im Mörwald-Imperium für Mitarbeiterweiterbildung genützt. „Und es gibt viele neue Ideen für die gastronomische Zukunft.“

„Wir freuen uns sehr über die erfreuliche Nachricht“

Eine Gabel dahinter ist mit nur einem Punkt weniger Der Floh in Langenlebarn mit 94 Punkten zu finden. Damit schrammt Josef Floh nur um ein Haar an der vierten Gabel vorbei. Dennoch: „Wir freuen uns sehr über die erfreuliche Nachricht“, so der Spitzengastronom, „Auszeichnungen sind stets Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit des ganzen Teams und motivieren unsere Mitarbeiter sich weiter zu entwickeln, sich weiterzubilden und mit Freude und positiver Energie unsere Gäste zu betreuen.“ Besonders freut ihn die Erwähnung seines vielfach dekorierten Weinkellers, einer der größten und umfangreichsten in ganz Österreich. Das sei Ausdruck der besonderen Bemühungen um die Weinkultur in den vergangenen drei Jahrzehnten.

Ex aequo findet man Gut Oberstockstall mit ebenfalls drei Gabeln und 94 Punkten, während die Testesser den Langenlebarner Traditionsbetrieb Das Wolf mit 92 Punkten belohnten. Küchenchef Christian Wöber: „Wir sind sehr zufrieden und stolz, unter die Top 5 im Bezirk gereiht zu sein. Wir konnten uns drei Jahre hintereinander auf dem selben Niveau behaupten, das ist nicht selbstverständlich.“

Matthias und Elke Salomon vom Gut Oberstockstall arbeiten in der Küche fast ausschließlich mit biologischen Produkten, wenn möglich aus der Region. Ebenso wichtig ist im Gut Oberstockstall das Wechseln der Menüs. „Auch finden sich ein 6-Gang-Menü sowie ein rein vegetarisches Menü auf der Karte“, freut sich der Restaurant-Chef über die drei Falstaff-Gabeln. Was das Testen und die Kontrollen beim Aufsperren ab 19. Mai betrifft, so hofft man auf die Vernunft und Ehrlichkeit der Gäste, denn Polizei spielen möchte Familie Salomon nicht.

Je drei Gabeln für jeweils 90 Punkte räumten das Berghotel Tulbingerkogel und der Sodoma (Zur Sonne) ab.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir wieder gleichgezogen sind“, sagt Berghotel-Küchenchef Georg Bläuel. Im Sommer wird am Tulbingerkogel Jubiläum gefeiert: 70 Jahre ist der Betrieb in Händen von Familie Bläuel, das Hotel sogar 90 Jahre.

Am 19. Mai soll es für die Hotel- und Gastronomiebranche wieder losgehen. Über die angekündigten Eintrittstests macht sich Bläuel keine Sorgen: „Für uns natürlich ein erheblicher Mehraufwand, aber das ist in unserer Branche ja immer so.“