Fastenzeit im Bezirk Tulln: „Mehr tun für den Nächsten“. Viele Vorsätze wie das Lossagen von Abhängigkeiten, aber auch mehr Sport und Zeit für die Familie stehen auf der Liste.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:35)
SymbolbildFasten für Körper und Geist. Haben Sie gute Vorsätze? Foto: Bilderbox
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Mit der Frage „Wie kann ich die Fastenzeit nutzen?“, beschäftigte sich Dechant Gregor Slonka vom Pfarrverband Sieghartskirchen und bietet in seinen Gemeinden interessante „Fastenimpulse“ an, eine themenübergreifende Ideensammlung rund um das Thema fasten.

„Viele Menschen wollen ihr Leben bewusster gestalten, die eingetretenen Wege verlassen und Neues entdecken, da geht es nicht nur darum, ein paar Kilos abzunehmen“, so der Dechant. Die Möglichkeiten sich und den anderen Gutes zu tun, „wie es die Kirche eigentlich vorsieht“, sind vielfältig.

„Etwas unterlassen und dafür was Positive ins Leben holen.“ Michaela Nikl, Gesundes Tulln

Trotzdem stehen der Verzicht auf Süßes und Alkohol sowie „ein paar Kilo abspecken“, an oberster Stelle der Prioritäten-Fastenliste.

Wolfgang Mayrhofer, Vizebürgermeister Tulln.
privat

Auch Vizebürgermeister Wolfgang Mayrhofer hat vor „rund vier Kilo abzunehmen, aber auch die ruhige Zeit mit weniger Terminen mit der Familie zu genießen.“ Sport ist ein großes Thema, Laufen sowie Rumpfstabilisation und Koordination stehen am Programm. Bei den Mayrhofers wird die gesunde Küche das ganze Jahr groß geschrieben: „Ernährung ist bei uns immer ein Thema.“

Nicht ein „weniger“, sondern ein „mehr“, wünscht sich der Langenrohrer Provisor Jai Prakash Kujur: „Mehr für den Nächsten da sein und das Ersparte bei Essen und Trinken sollte der Caritas gespendet werden“, so der Provisor, der aber auch andere Möglichkeiten wie ein persönliches Gebet und die Kreuzweg-Andacht vorschlägt.

Yoga und Radfahren stehen am Programm

Das sieht auch Pfarrer Christoph Kowalski so: „Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, dass sich etwas im Leben verbessert und alles, was gut ist, weiter zu entwickeln.“

„Durchstarten“, einer der Fastenimpulse, will auch Rosenarcade-Managerin Katharina Gfrerer: „Ich werde mehr Sport wie Radfahren und Yoga betreiben“, aber eines will sie sicher nicht: „Fasten vom Arbeiten, ich hoffe, dass kein weiterer Lockdown mehr kommt.“

Keine konkreten Verzichte, aber „intensiver und bewusster auf andere zu schauen“, nimmt sich Bezirkshauptmann Andreas Riemer für die kommenden Wochen vor.

Handy- und Facebook- Konsum wird reduziert

Jürgen Duffek, Direktor NÖMS Fels-Grafenwörth.
privat

Viel Empathie beweist auch Pfarrsekretärin Josipa Manduric aus der Pfarre St. Stephan, die einen täglichen Beitrag zur Fastenaktion leisten und vor allem immer wieder daran denken will, „wie gut es uns eigentlich geht“. Wichtig sei auch, auf „das Beisammensein achten und einen respektvollen Umgang zu den Mitmenschen pflegen.“

„In einem speziell auf Jugendliche ausgerichteten Fahrplan der Fastenimpulse wird das Entrümpeln des eigenen Lebens vorgeschlagen“, so Dechant Slonka und betont, dass der Dienst am Nächsten bei den „kleinen Dingen des Alltags beginnt.“

Dass „Fasten Verzicht bedeutet“ weiß Direktor der NÖMS Fels-Grafenwörth, der jedes Jahr „etwas anderes“ weg lässt, „heuer vielleicht Kaffee und weniger Handynutzung.“

Michaela Nikl, Gesundes Tulln.
privat

Mit einem vollen Fastenprogramm überrascht Gesundheitsexpertin Michaela Nikl vom Gesunden Tulln: „Seit Jahren schon trinke ich keinen Alkohol in diesen 40 Tagen, wichtig ist auch, etwas zu unterlassen und dafür etwas Positives ins Leben zu holen.“ Heuer wird noch zusätzlich der Facebook-Konsum eingeschränkt. Zusätzlich werden 15 Minuten Zeit täglich zum Ausmisten verwendet. „Bringen Sachen, die man ohnehin nicht mehr verwendet, beim Anschauen keine Energie und Freude mehr, sollte man sie weggeben.“

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