Terror-Verdacht hat sich nicht bestätigt. Fotos angeblich schwer bewaffneter Taliban entpuppten sich als harmlose Aufnahmen aus Afghanistan.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 20. August 2017 (04:19)
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Symbolbild

Entgegen anders lautender Meldungen befasst sich der Verfassungsschutz jetzt nicht mit dem Vergewaltigungsfall von Tulln. Denn der Verdacht, einer der beiden Asylweber sei Mitglied einer Terrororganisation, konnte laut Leopold Bien von der Staatsanwaltschaft St. Pölten nicht bestätigt werden.

Ermittler waren stutzig geworden, nachdem sie unter bereits gelöschten Fotos am Handy eines der beiden in Haft befindlichen Asylwerber verdächtiges Material gefunden hatten. Der Verfassungsschutz war zwar kurzfristig involviert, konnte den Terrorverdacht jedoch nicht erhärten. Die Aufnahmen, die angeblich schwer bewaffnete Taliban zeigten, erwiesen sich als harmlose Fotos aus der Heimat des 19-jährigen Afghanen.

Handys genau unter die Lupe genommen

Die Handys der beiden – der Afghane und ein ebenfalls 19-jähriger Somalier (nach einem Dritten wird gefahndet) –waren von Forensikern genau unter die Lupe genommen worden. Dabei zeigte sich, dass innerhalb des Tatzeitraumes Anrufe auf das Handy des Vergewaltigungsopfers eingegangen waren. Ob sie damit ein Nahverhältnis zum Opfer vortäuschen wollten, konnte man ihnen nicht nachweisen.

Letzten Donnerstag fand am Landesgericht St. Pölten eine kontradiktatorische Einvernahme statt, bei der das 15-jährige Opfer und die beiden mutmaßlichen Täter zum Tathergang befragt wurden. Allerdings getrennt zur Schonung der angegriffenen Psyche des Mädchens.

Die Tatverdächtigen wiesen alle Anschuldigungen von sich. Erster Staatsanwalt Bien berichtet: „Sie behaupten, es sei zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen, nachdem alle gemeinsam etwas Marihuana konsumiert hatten.“

Wann es zum eigentlichen Prozess kommen wird, ist nicht absehbar, die Ermittlungen dauern an.