FPÖ fordert Rücktritt von SPÖ Gemeinderat. Verbale Entgleisung von Gemeinderat Josef Mitterhofer (SPÖ) sorgt in Fels am Wagram für Diskussionen auch zwischen Freiheitlichen und ÖVP.

Von Günter Rapp. Erstellt am 02. Januar 2021 (03:46)
Symbolbild
Shutterstock/Denis Kuvaev

Nachdem in der letzten Gemeinderatssitzung SPÖ-Gemeinderat Josef Mitterhofer den FPÖ-Mandataren „Corona und die Pest“ gewünscht hatte, fordert der Tullner FPÖ-Bezirksobmann Andreas Bors den sozialdemokratischen Gemeinderat nun sogar zum Rücktritt auf.

„Eine derartige Entgleisung ist nicht einfach so vom Tisch zu fegen. Es gibt nur eine Konsequenz: den Rücktritt“, stellt der freiheitliche Bezirkschef in einer Presseaussendung nun fest.

Josef Mitterhofer hatte vor allem deshalb so vehement reagiert, weil die FPÖ Fels unbedingt eine Wintersonnwendfeier abhalten wollte und darauf provokant beharrte. Was gerade in Coronazeiten verständlicherweise auf wenig Verständnis bei ÖVP und SPÖ stieß.

„Eine derartige Entgleisung ist nicht einfach so vom Tisch zu fegen."

Auf einen offenen Brief der FPÖ-Gemeinderäte Philipp Mandusic und Michael Witt antwortete Josef Mitterhofer, dass seine Aussage, als Zwischenruf, überspitzt formuliert war und auch anders hätte formuliert werden können. „Wenn ich Sie beide damit persönlich beleidigt habe, tut es mir leid, aber das Thema Covid19 ist leider zu ernst, um die Pandemie kleinzureden, als ob sie nicht vorhanden wäre“, so der SPÖ-Gemeinderat. Es freue ihn auch, dass es seitens der FPÖ Fels offenbar ein Umdenken gegeben habe und die Wintersonnenwende schließlich doch noch abgesagt wurde.

„Wenn ich Sie beide damit persönlich beleidigt habe, tut es mir leid, aber das Thema Covid19 ist leider zu ernst, um die Pandemie kleinzureden, als ob sie nicht vorhanden wäre“

Angriffe von FPÖ-Bezirkschef Bors gibt es aber auch gegen ÖVP-Bürgermeister Christian Bauer. „Die Vorsitzführung bei der Gemeinderatssitzungen war ein Skandal“, so Bors. „Der Bürgermeister hätte sofort eingreifen müssen. Derartige Beleidigungen und Entgleisungen gegenüber Gemeinderäten sind des Rathauses nicht würdig und abzustellen.“

Gegenüber der NÖN meinte Gemeindechef Bauer, dass er so wie auch andere Gemeinderäte die Wortmeldung Mitterhofers gar nicht so genau gehört habe. „Die Diskussion war überaus hitzig.“ Anlass einzuschreiten sah er übrigens nicht. „Schließlich ist doch jeder für seine Äußerungen selbst verantwortlich“, so der Bürgermeister.