Frauenpower und Hitzeschlacht in Tulln

Aktualisiert am 04. Juli 2022 | 08:47
Lesezeit: 5 Min
Endlich war es wieder so weit. Der erste Landesfeuerwehrleistungsbewerb nach zwei Jahren Pause fanden statt.
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Es ist ein Event der Superlative und es waren tausende Feuerwehrmitglieder dabei: die Leistungsbewerbe der niederösterreichischen Feuerwehren.

Doch schon bei der Ankunft am Parkplatz war klar, dass alles anders ist. Oder vielleicht ist alles doch so wie immer: Statt der üblichen Volksfestatmosphäre wärmten sich konzentrierte Athleten auf. Dazu dröhnte Musik aus mitgebrachten Lautsprechern, die Stimmung war ausgezeichnet. Die wegen langfristiger Planung abgespeckte Variante taten der Laune und der Motivation keinen Abbruch.

Mittendrin im emsigen Kommen und Gehen war auch eine reine Frauengruppe von der Freiwilligen Feuerwehr Absdorf. Geduldig durchliefen sie die Registrierung, bis sie schließlich zum Bewerb aufgerufen wurden. Die letzten Handgriffe zur Vorbereitung machten die jungen Feuerwehrfrauen ruhig und fokussiert. Mit dem Startschuss kam dann auch das Adrenalin: die Aufgabe, Schläuche aufzuziehen und mit einer Pumpe zu verbinden um Löschwasser aus einem Bach zu pumpen musste absolviert werden. Zur Erlangung eines der Leistungsabzeichen in Bronze lag das Zeitlimit bei 130 Sekunden. Um Silber zu erreichen, wurden zusätzlich die Positionen der Teammitglieder ausgelost.

Mit vollem Einsatz bewiesen die Absdorferinnen, dass sie den Vergleich mit ihren männlichen Kameraden keineswegs scheuen müssen. Nach nur 53 Sekunden kam der Befehl „Wasser Marsch“. Sichtlich erleichtert erzählt Vanesa Kiener: „Unsere Neue hat entscheiden dürfen, dass wir auch in Silber antreten. Da muss man schon viel mehr können, als wenn man nur eine Position hat“.

Noch etwas außer Atem und gezeichnet von den hochsommerlichen Temperaturen pflichteten ihre Kameradinnen nickend bei. Beim Rückweg zur Halle, wo die kühlen Getränke warteten, analysierten die Damen noch ihren Durchgang und fachsimpeln schon über kommende Herausforderungen.

Zurück im Gastrobereich zeigte sich, dass für viele der Athleten die Hitze eine große Herausforderung war. So meinte ein Teilnehmer, der sich gerade an der Bar anstellte: „In den anderen Bundesländern rennens alle schon im Leiberl, nur bei uns bestehen sie auf die Uniformen.“ Auch rundherum merkt man die Erleichterung, endlich im Schatten entspannen zu können. Währenddessen haben sich die Absdorfer Damen umgezogen und trinken noch gemeinsam einen Spritzer. Lang bleiben können sie aber nicht, da viele von ihnen kleine Kinder haben. „Wir machen nachher eine private Feier mit Freunden“, sagte Kiener mit einem Lächeln.

Zufrieden zeigte sich auch Franz Resperger, Pressesprecher des niederösterreichischen Landesfeuerwehrkommandos: „Man merkt, dass die Bewerbsteilnehmer schon sehr ausgehungert waren und sich nach zwei Jahren Stillstand auf ein Antreten gefreut haben. Nur die Hitze beeinträchtigt die Laune – aber auch nicht wirklich.“

Auch Landeshauptfrau gratuliert

Zu den großartigen Leistungen der Feuerwehrmitglieder gratulierten am Samstag u. a. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.

Landesfeuerwehrleistungsbewerben Tulln
Von links nach rechts: Landespolizeidirektor Franz Popp, Samariterbund-Präsident Hannes Sauer, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der NÖ Militärkommandant Martin Jawurek, der Landesrettungskommandant-Stv. Johann Kaufmann, Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Martin Boyer.  
Foto: NLK Pfeffer

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte dabei: „Die Landesbewerbe sind eine beeindruckende Leistungsschau unserer Freiwilligen Feuerwehren und zeigen, wofür unsere Feuerwehren stehen: für Einsatzbereitschaft, Schlagkraft, Professionalität und Verlässlichkeit.“ Die Landeshauptfrau gratulierte den erfolgreichen Bewerbsgruppen und dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Danke für das, was ihr für die Gesellschaft und das Miteinander in unserem Land leistet!“

Die Sieger der 70. Landesfeuerwehrleistungsbewerbe in Tulln:

  • Den Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber Klasse A gewann die Bewerbsgruppe Inning 1 vor Kottingneusiedl 1 und Grimmenstein-Kirchau 1. Bei den Damen gewann in Silber Klasse A die Bewerbsgruppe Kottingneusiedl 4.
  • Den Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze Klasse A gewann Trattenbach vor Wiesmath und Grimmenstein-Kirchau 1, die Damenwertung gewann die Bewerbsgruppe aus Maria Raisenmarkt.
  • Im Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber Klasse B trug Kottingneusiedl 2 vor Weigelsdorf 2 und Jedenspeigen 1 den Sieg davon.
  • Den Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze Klasse B gewann Thallern 2 vor Weigelsdorf 2 und Otterthal 1. Bei den Gästen gewann Burgoberbach 1.

Fotos der Siegerehrung:

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