6 Jahre für Gewalttäter. 33-Jähriger leugnet, Ehefrau und Tochter misshandelt und mit Gürtel und Messer bedroht zu haben. Senat sprach ihn schuldig. „Kontrollmechanismen funktionieren nicht.“

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 12. Juli 2017 (17:00)
APA/Webpic (Symbolbild)
Der Fall landete erst jetzt vor Gericht

„Mit der flachen Hand und mit der Faust hat der Angeklagte seine Lebensgefährtin ins Gesicht, auf Arme und Beine geschlagen, mit dem Umbringen hat er sie bedroht, auch sein Kind hat er geschlagen. Und mit Gürtel und Messer hat er gedroht“, listete eine Staatsanwältin bereits im Mai in einem Prozess die Vorwürfe gegen einen Freundorfer auf. Zu den Vorwürfen war der 33-Jährige teils geständig. „Wir hatten Streit, da habe ich sie zweimal geschlagen“, gab er zu, die Lebensgefährtin misshandelt zu haben.

Dem Kind aber habe er nichts angetan, erklärte er. Kontradiktorisch war die Lebensgefährtin befragt worden, die Videoaufzeichnung der Einvernahme reichte dem Richter aber zur Urteilsfindung nicht, „weil Angaben zur Häufigkeit der Schläge nicht geklärt sind“, meinte dieser und vertagte.

Vergangene Woche wurden die Lebensgefährtin und andere Zeugen befragt und der Richter kam zum Schluss: „Es gibt keine Zweifel, dass alles wie erzählt stattgefunden hat. Ich habe Zeugen unter Druck befragt, dem haben sie standgehalten“, sagt er und verhängt wegen häuslicher Gewalt, gefährlicher Drohung und Körperverletzung über den mehrmals einschlägig Vorbestraften sechs Jahre unbedingte Freiheitsstrafe (nicht rechtskräftig).

„Ihre Kontrollmechanismen funktionieren nicht“, sagte der Richter zum Angeklagten. Und zur Strafhöhe erklärte er: „Das ist eine Wahnsinnsstrafe, aber weniger geht nicht, denn fünf Jahre ist die Mindeststrafe.“