Mitarbeiter in Tulln sind „voll happy“. Wirte bereiten sich auf den langersehnten mit Auflagen gespickten Tag vor. Personal wird dringend gesucht.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:00)

Die Freude, „endlich wieder Gastgeber sein zu dürfen“, ist groß, trotz aller Vorgaben, wie ein gültiges negatives Testergebnis, ein Impfzertifikat oder eine Bestätigung über eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung, das von den Gästen ab 19. Mai vorzuweisen ist.

Mit 80 Sitzplätzen sowohl innen als auch außen, wird Kurt Hoffmann sein s‘Pfandl am Hauptplatz öffnen, aber erst am 20. Mai. „Alle Mitarbeiter sind voll happy“, freut sich der Gastronom. Hier wurde die Dachterrasse renoviert, die bei Bedarf geöffnet wird, auch das Nibelungenstüberl wurde neu gestaltet. Das Personal ist zu 80 Prozent komplett, für Service und Küche werden noch Leute gesucht.“

„Es soll eine gemütliche Buschenschank sein, mit Fleisch von Bauern der Region.“ Birgit Rabacher

Personalmangel herrscht auch im Adlerbräu am Rathausplatz. Christian Pöck dazu: „Die Personalsuche gestaltet sich sehr schwierig, und das mit sieben Rufzeichen, wir brauchen auch noch einen Koch.“ Auch die Buchungslage für unsere Zimmer „ist mehr als traurig, es fehlen die Touristen.“

Konditorei Wagner Chefin Sabine Wagner freut sich sehr auf das Aufsperren: „Wir haben wieder unseren erweiterten Schanigarten wie im Vorjahr und die Testmöglichkeit vor Ort am Hauptplatz.“

Voll motiviert und „gespannt wie die Leute reagieren werden“ sind auch die Mitarbeiter von „Sea You“. „Wir bringen Urlaubsfeeling, Farbe und üppiges Grün mit Bepflanzung von Kramer und Kramer ins Spiel“, steht Inhaber Markus Gübler schon in den Startlöchern. Große Sitzpolster im „Tullner Grün“ sorgen zusätzlich für Gemütlichkeit.

In der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn wurden Adaptierungen und Umbauten vorgenommen. „Durch verschiedenste Weiterbildungen im Bereich Ernährung, Gesundheit und Produktqualität bilden wir uns laufend weiter und dies wird auch auf unsere künftige Entwicklung Einfluss nehmen“, so Josef Floh, der seinen neuen „Pop Up Kräutergarten“ dabei hervorhebt.

Die Pflanzungen und Gestaltungen im Außenbereich, sowie in der biologisch zertifizierten Landwirtschaft samt Kräutergarten und Hochbeeten, in Zusammenarbeit mit den Tullnerfelder Gärtnerbetrieben wie Kramer, Starkl und Hameter werden laufend gepflegt und betreut.

Hier sind die Mitarbeiter seit Anfang April in Vollbeschäftigung. Es gibt einige Neuzugänge und Erweiterungen im Team.

„Wir überlegen, ob wir auch wieder Samstag und Sonntag öffnen werden“

Mit Spargel und Wild startet Thomas Baumgartlinger in die Saison. „Wir überlegen, ob wir auch wieder Samstag und Sonntag öffnen werden“, so der Chef vom Goldenen Schiff, der sich über die Auszeichnung „Der zweit-beliebteste Abholbetrieb in Niederösterreich“ freuen kann.

In seinem kleinen Schanigarten bringt er gerade einmal fünf Tische unter, „noch dazu haben wir in den letzten elf Jahren bereits vier Mal eine Baustelle direkt vor dem Haus.“ Auch hier werden laufend Küchenmitarbeiter gesucht.

Birgit Rabacher, die neue Chefin des Alpenvereinshauses ist gerade mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt - mit liebevollen Details und kreativen selbst gemachtem Shabby Chic Accessoires. „Es soll eine gemütliche Buschenschank werden, ich werde mit einem ‚Softstart‘ beginnen mit kalter Küche, das Fleisch ist nur von den Bauern der Region“, so die engagierte Chefin. Es werden außerdem hauptsächlich Weine vom Wagram kredenzt und natürlich hausgemachte Mehlspeisen.

„Das Wolf“ Restaurant in Langenlebarn wird zurzeit auf Vordermann gebracht. In der Küche sind die Mitarbeiter zusammen mit Küchenchef Christian bereits dabei die neue Speisekarte zu entwickeln.

„Pläne machen ist in diesen Zeiten ein schwieriges Unterfangen“, weiß Lars Nestle vom Wolf. Daher bleibt erst einmal alles so, wie es vor November war. „Wir konzentrieren uns voll auf unsere Gäste, die schon bald wieder zu uns kommen dürfen. Wir freuen uns darauf, endlich wieder Gastgeber sein zu dürfen.“

Was das Personal angeht, ist die Situation im Wolf-Restaurant im grünen Bereich. „Durch die Kurzarbeitsregelungen ist uns die Stammbelegschaft geblieben und nicht wie bei vielen anderen Gastronomiebetrieben abgewandert und hat sogar die Branche gewechselt“, zeigt sich Nestle optimistisch.

Regalvermietung für Künstler im Cafe-Bistro

Einen gänzlich neuen Start legt Gastronom Martin Berger mit seinem Cafe-Bistro „Zweitwohnsitz“ hin. Ab 1. Juni öffnet in der Passage am Hauptplatz eine gemütliche Location mit ca. 70 Sitzplätzen im Innenbereich und rund 20 bis 30 Plätze im Schanigarten.

Martin Berger wird eine interessante Speisekarte bieten, mit Frühstück, Mittagessen, vegetarischen und veganen Spezialitäten. Außerdem wird ein großer Bereich für eine Regalvermietung zur Verfügung stehen: „Hier können Künstler gerne ihre Kunst und Handwerk ausstellen.“

Im vorgeschriebenen zwei Meter Abstand werden die Tische auch im Segafredo wieder im erweiterten Bereich am Hauptplatz aufgestellt.

Sebastian Köstlbauer von der gleichnamigen Konditorei steckt mitten in den Vorbereitungen und versucht, das Platzangebot „möglichst auszureizen“ und freut sich „endlich wieder Gäste bedienen zu können.“ Das Personal ist gleich geblieben, „es wurde niemand abgebaut“.

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