Blondiau-Köllner holt die Mehrheit in Zeiselmauer. Der Wahlkampf war überschattet vom Tod des VP-Bürgermeisters Walter Grosser. SPÖ gewinnt ein Mandat.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:00)

Vor fünf Jahren überholte die ÖVP die SPÖ und stellte mit Eduard Roch den Bürgermeister. Vize wurde Michael Weber mit seiner Liste „aktiv“. In den darauffolgenden fünf Jahren tat sich einiges in der Gemeinde: Innerhalb des Gemeinderates gab es viele Differenzen, aber auch innerhalb der ÖVP. So trat Roch 2017 (gesundheitsbedingt) zurück, Walter Grosser wurde neuer Bürgermeister.

Grosser engagierte sich sehr für seine Heimatgemeinde und stellte die Zusammenarbeit in den Vordergrund. So trat er als Spitzenkandidat für die ÖVP zur Wahl an. Doch sein völlig überraschender Tod am 14. Jänner überschattete den Wahlkampf. Zum neuen Spitzenkandidat wurde Martin Pircher einstimmig von der ÖVP am Freitag, 24. Jänner, gewählt. Pircher tut es „sehr leid und wir sind irrsinnig traurig, dass Walter gestorben ist. Ich bin mir sicher, dass wir mit ihm die Wahl gewonnen hätten. Nun heißt es ,Ärmel hoch‘ und arbeiten, was geht.“

„Für mich und mein Team ist klar, dass wir jetzt antreten, um den Weg von Walter Grosser für unsere Gemeinde fortzusetzen.“ Martin Pircher (ÖVP)

Nachdem die Liste „aktiv“ nicht mehr zur Gemeinderatswahl antrat, wurden vier Mandate frei. Die ÖVP verliert zwar als einzige Partei Wählerstimmen, bleibt jedoch mit acht Mandaten (wie bei der Wahl 2015) gleich. Zulegen konnte die SPÖ von sieben auf neun Mandate, sie ist nun stärkste Kraft vor der ÖVP mit acht Mandaten. Dabei ist interessant, dass die SPÖ jedoch nur in einem der drei Wahlsprengel vor der ÖVP liegt, in Neu-Zeiselmauer erhielt sie jedoch derart viele Stimmen, dass sie insgesamt 107 Stimmen mehr als die ÖVP bekam. Dies entspricht einem Plus von 12,44 Prozent gegenüber 2015. Dieser große Zuwachs wurde sonst in keiner Gemeinde des Bezirks getoppt. „Dieses Ergebnis zeigt uns, dass die Bevölkerung hinter unserem Weg der Zusammenarbeit steht. Die Bürger und Bürgerinnen wollen ernst genommen werden, mitgestalten und eine Politik auf Augenhöhe unabhängig aller Parteigrenzen“, freut sich Regina Blondiau-Köllner über den deutlichen Zuspruch.

SPÖ wird mit allen Fraktionen reden

So holte sich die SPÖ die Mehrheit zurück, muss allerdings mit einer anderen Partei koalieren, um die Bürgermeisterin stellen zu können. „Wir werden nun mit allen Fraktionen den Dialog suchen. Gemeinsam mit meinem Team werde ich zukunftsweisende Projekte zum Wohle der Bevölkerung realisieren“, so Blondiau. „Wir sind offen für Gespräche“, sagt Martin Pircher.

„Ich bedanke mich für die vielen interessanten und spannenden Gesprächen bei Veranstaltungen, in den Gasthäusern, zufällig auf der Straße oder bei den Hausbesuchen.“Regina Blondiau-Köllner (SPÖ)

Aufgrund Grosser Ableben muss ein „Übergangsbürgermeister“ gewählt werden. Dies geschieht am Mittwoch, 29. Jänner. „Damit sich der zukünftige Bürgermeister einarbeiten kann, haben sich ÖVP und SPÖ darauf geeinigt, dass der Wahlsieger auch den Übergangsbürgermeister stellen wird“, informieren Pircher und Blondiau-Köllner.

Eduard Rochs Bürgerliste holte auf Anhieb zwei Mandate. Mit 117 Stimmen erhielt Rochs Liste exakt genauso viele Stimmen wie die ÖVP verloren hat. Somit werden Eduard Roch und Listenzweiter Martin Krousky im neuen Gemeinderat vertreten sein.

Die Grünen halten bei zwei Sitzen. Spitzenkandidatin Barbara Prewein wird nun im Gemeinderat von Listenzweiten Stephan Ruetz unterstützt.

Somit sind in dieser Gemeinde jetzt verschiedene Konstellationen möglich.

Die Wahlbeteiligung ist im Gemeindevergleich nicht besonders hoch: Sie sank in Zeiselmauer-Wolfpassing um über sechs Prozent auf 58,65 Prozent.

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