Dorf-Charakter besteht weiter in Sieghartskirchen. Sieghartskirchen: Zwei Dutzend kleine Orte wurden vor 50 Jahren zu einer einzigen Großgemeinde. Dörfliche Strukturen blieben jedoch erhalten.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 21. April 2021 (03:42)
Bürgermeisterin der Großgemeinde Josefa Geiger.
Marktgemeinde Siegh., Marktgemeinde Siegh.

Die einzelnen Ortschaften Abstetten, Dietersdorf, Einsiedl, Elsbach, Flachberg, Gerersdorf, Gollarn, Henzing, Kogl, Kraking, Kreuth, Kronstein, Oepping, Ollern, Penzing, Plankenberg, Ranzelsdorf, Rappoltenkirchen, Reichersberg, Ried am Riederberg, Röhrenbach, Sieghartskirchen, Wagendorf und Weinzierl bei Ollern wurden im Zuge der Gemeindezusammenlegungen zu einer einzigen Großgemeinde Sieghartskirchen.

Daran, dass es zu keinen ernsthafteren Streitereien, aber sehr wohl zu angeregten Diskussionen gekommen ist, erinnert sich der damals 21-jährige Karl Heiß: „Dabei ging es nicht nur um die Frage ,wer wird Bürgermeister?‘ sondern auch um finanzielle Belange. Einige Orte haben Bargeld, andere ein Minus mitgebracht.“ Der Röhrenbacher hat wie andere Ortsvorsteher „darauf geschaut, dass sein Dorf nicht unter die Räder kommt.“

Karl Heiß, der längst dienende Gemeinderat der Marktgemeinde seit der Zusammenlegung, hat sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, engagiert sich jedoch nach wie vor für die Allgemeinheit. Im Vorjahr erhielt er dafür, dass er die Entwicklung der Großgemeinde maßgeblich mit geprägt hat, den Goldenen Ehrenring der Marktgemeinde.

Der in der Katastralgemeinde Ollern beheimatete ehemalige Bürgermeister und jetziger Nationalrat Johann Höfinger war gerade erst auf die Welt gekommen, als es zur Zusammenlegung der 24 kleinen Ortschaften zu einer einzigen Großgemeinde kam. Als „Glücksfall“ bezeichnet er, dass dabei die Dorfgemeinschaften mit ihren infrastrukturellen Einrichtungen größtenteils bewahrt werden konnten. Kindergärten, Feuerwehren, Vereine und Pfarren blieben eigenständig.

„Die Gemeindezusammenlegung war eine Herausforderung, die dank des enormen Einsatzes der Bürgerinnen und Bürger gelungen ist. Wir können stolz sein auf das, was wir schon erreicht haben und mit Zuversicht in die Zukunft blicken“, zieht Bürgermeisterin Josefa Geiger Bilanz.

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