Anrainer gegen Wohnbauprojekt in Königstetten. Fortunabau soll 44 Wohneinheiten auf grüner Wiese in Königstetten planen. Unterschriften dagegen werden nun gesammelt.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:34)
Derzeit eine grüne Wiese, bald sollen hier — nördlich der Neuwaldegger Straße, westlich des Marleitenbaches — 44 Eigentumswohnungen entstehen. Die Anrainer sind „not amused“.
Gutscher

„Wohnen direkt am Naturpark? Sie wohnen gern im Grünen? Zieht es Sie auch raus aus der Stadt?“, so wirbt Fortunabau ( https://www.fortunabau.at/ ) für 44 Eigentumswohnungen in Niedrigenergiebauweise, die in der Königstettner Neuwaldegger Straße 25 auf einer Fläche von etwa 5.000 m² errichtet werden sollen.

Die Voransicht von der Homepage von Fortunabau zeigt das geplante Wohnbauprojekt - 44 Eigentumswohnungen mit den dazugehörigen oberirdischen Parkplätzen.
www.fortunabau.at

Weiters präsentiert Fortunabau verschiedene Voransichten des Projekts. Ein Bild davon sehen Sie unten.

„Wenn ich im Garten stehe, schaue ich auf einen Monsterbau mit einer elf Meter hohen Wand“ Didi Neubauer, Anrainer

Der Baubeginn ist laut der Homepage für Sommer 2021 geplant. „Es gibt allerdings noch keine Einreichung“, erklärt Bürgermeister Roland Nagl. „Daher ist es noch nicht fix, ob etwas aus diesem Wohnbauprojekt wird oder nicht.“

Roland Nagl ist der Meinung, dass das derzeitige Wohnbedürfnis ohne Geschoßwohnbau nicht gedeckt werden kann. Beispiele für funktionierenden Geschoßwohnbau, der von Einfamilienhäusern umrahmt ist, seien in der Wipfinger-, Oberfeld- und Hauptgrabenstraße.

Anrainer laufen gegen dieses Projekt Sturm. „Ich weiß, dass die Emotionen hochgehen. Es wird ein Gespräch mit den Anrainern, falls es was wird, geben“, informiert der Bürgermeister.

Rückendeckung seitens der Gemeinde wünschen sich die Anrainer. „Denn diese hat im Grunde genommen das letzte Wort“, sagt Karin Neubauer. Sie und ihr Mann Didi Neubauer sammeln nun Unterschriften gegen das geplante Objekt: „Wir wollen hier so etwas Hohes und Breites nicht haben. Es verschandelt unser schönes Ortsbild.“ Es sind schon einige Unterschriften zusammengekommen, „alle aus dem Grätzel haben bereits unterschrieben.“

Kritik an Höhe und Ortsbild-Änderung

Auch dem Anrainer Benedikt Peyer stößt das Projekt in puncto Ortsbild sauer auf, denn direkt nördlich an das Grundstück angrenzend müsse man den Richtlinien für das Altortsbild (im Bebauungsplan mit den kleinen runden Kreisen markiert) entsprechen, das geplante Wohnbauprojekt fällt da nicht hinein.

Kritisiert wird auch die Gebäudehöhe des Projekts, denn mit Bauklasse I,II dürfen maximal drei oberirdische Geschoße mit einer Gebäudehöhe von maximal acht Meter errichtet werden. Dabei darf der höchste Punkt auf höchstens 14 Metern liegen, also im Mittel sind es etwa elf Meter. „Wenn ich im Garten stehe, schaue ich auf einen Monsterbau mit einer elf Meter hohen Wand“, klagt Neubauer und: „Das hat negativen Einfluss auf die Lebensqualität und den Wert der angrenzenden Grundstücke.“

Auszug aus dem Bebauungsplan. Dabei bedeutet 30: Maximal 30 Prozent des Grundstückes können mit Gebäuden verbaut werden; o,k: offene oder gekuppelte Bauweise; I,II: max. Bauklasse ist II, BW: Bauland Wohngebiet
Gemeinde

Die Anrainer fordern vom Bauträger mehr Informationen und, dass er mehr auf ihre Wünsche einginge. „Es ist eine zache G’schicht, wenn wir das alles so hinnehmen müssen“, so Peyer.

Außerdem sei es auch eine Lärmbelästigung: 88 oberirdische Parkplatze mit den dazugehörigen Autos sind nicht leise.

Philipp Schmöllerl von Fortunabau sagt dazu: „Die moderne Wohnanlage soll sich optisch harmonisch in das Nachbarschaftsbild einfügen. Wir sind bemüht, so viel Grünfläche wie möglich zu erhalten um ein freundliches Erscheinungsbild und naturverbundenes Wohnen zu ermöglichen.“

Auszug aus dem Flächenwidmungsplan: Das geplante Projekt soll in der Mitte des Ausschnitts entstehen.
Gemeinde

Laut derzeitiger Planung bleibe zirka ein Drittel der Grundstücksfläche unverbaut. Die Anlage werde kompakt gebaut, um Energie- und Betriebskosten niedrig zu halten. Es wird keine Tiefgarage errichtet, da sich diese wirtschaftlich nicht darstellen lasse.