Gemeinnütziges Projekt geht in Tulln in siebentes Jahr. Gemeinnütziges Projekt des Ehepaars Kefer bietet jetzt auch Berufsorientierung. Ab Herbst werden auch Volksschüler der vierten Klasse betreut.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:04)
NÖN
Ilse und Thomas Kefer bei der Gründung von Good Afternoon.

Im Herbst 2013 starteten Ilse und Thomas Kefer ihr Projekt „Good Afternoon“. In einem dreistöckigen Haus samt malerischem Garten in der Wilhelmstraße bieten sie seitdem Nachmittagsbetreuung für Zehn- bis 14-Jährige an. Bei freier Zeiteinteilung werden den Kindern Mittagessen, Hausaufgaben (selbstständig zu erledigen, mit Unterstützung des Teams), aber auch Erholung und Freizeit geboten.

„Wir sind gespannt, was es auf Dauer kostet, Betreuung in derartiger Qualität anzubieten“, hatte Thomas Kefer vor der Eröffnung erklärt, „das interessiert mich mehr als ein zweiter Sportwagen.“ Nun: Im Schuljahr 2018/19 ist „Good Afternoon“ mit knapp 80 Schülern voll ausgelastet.

Good Afternoon
Lisi Gruberberichtete überihren Arbeitsalltag als Internistin aber auch über ihrKenia-Hilfsprojekt „Save a Soul“.

Bei seit Beginn unveränderten Kostenbeiträgen von maximal 175 Euro pro Monat (bei fünf Betreuungstagen, zehnmal pro Schuljahr) werden lediglich 21 Prozent aus Elternbeiträgen finanziert. 15 Prozent kommen aus Förderungen durch Land NÖ und Stadtgemeinde Tulln.

„Wir sind gespannt, was es auf Dauer kostet, Betreuung in derartiger Qualität anzubieten“

Den Löwenanteil von 64 Prozent finanziert die gemeinnützige KinderbetreuungsgmbH, in der die Kefers Gesellschafter und Geschäftsführer sind. Für das gut situierte Unternehmerehepaar (u.a. Gründung einer sehr erfolgreichen Softwarefirma) ist die gemeinnützige Einrichtung aber nach wie vor ein Herzensanliegen.

„Wir haben derzeit zehn Mitarbeiter: sechs Pädagogen, eine kaufmännische Leiterin, einen Assistenten und zwei Damen in der Küche“, berichtet Ilse Kefer. Sie ist stolz auf diesen „sehr professionellen Personalstock, der auch über viel Herzensbildung verfügt“.

Good
KonditorinViktoria Engelberger formte mit den Kindern Marzipan-figuren.Afternoon

Da seit dem laufenden Schuljahr auch im Tullner Gymnasium Nachmittagsbetreuung angeboten wird, bietet Good Afternoon jetzt noch mehr, beispielsweise den Schwerpunkt Berufsorientierung für Schüler der dritten und vierten Klassen. So stellen derzeit regelmäßig Erwachsene die unterschiedlichsten Berufe vor, darunter etwa Naturkosmetikerin Barbara Ibser, Konditorin Viktoria Engelberger, Bürgermeister Peter Eisenschenk, Internistin Lisi Gruber oder auch der Verfasser dieser Zeilen als Journalist.

Stolz auf „sehr professionellen Personalstock, der auch über viel Herzensbildung verfügt“

Ab dem Schuljahr 2019/20 werden erstmals auch Kinder ab der vierten Volksschule aufgenommen. Ebenfalls neu im Angebot ist das sogenannte „Test Warm Up“. Montags bis donnerstags von 17 bis 18 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr erhalten betreute Kinder Gratis-Förderstunden zur gezielten Test- und Schularbeitsvorbereitung.

Dass Kinder sich in der Einrichtung, die viele als ihr zweites Zuhause betrachten, wohlfühlen zeigt sich daran, dass drei betreute aus dem ersten Jahr regelmäßig als „Buddies“ für die Jüngeren zur Verfügung stehen. „Einer macht sogar die entsprechende Berufsausbildung, er wird auch sein Praktikum bei Good Afternoon absolvieren“, berichtet Ilse Kefer.