22-Jähriger leugnet massiven Widerstand. Wegen Verdachts des Drogenbesitzes wollten Polizisten einen 22-Jährigen durchsuchen. Damit einverstanden war dieser nicht.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 01. Februar 2018 (05:06)
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„Ich habe nur passiven Widerstand geleistet, weil ich Angst hatte und in Panik war“, sagt ein 22-Jähriger vor der Richterin. Widerstand gegen die Staatsgewalt und Verletzung zweier Polizisten leugnet der Wiener vehement.

Exekutivbeamte erzählen anderes im Prozess am Landesgericht St. Pölten. „Er hat mich gestoßen“, sagt einer. „Bei der Festnahme am Bahnhof in Greifenstein hat er sich massiv gewehrt“, sagt ein anderer.

Unterwegs in Greifenstein war der Angeklagte im Oktober letzten Jahres, traf sich mit Freunden am Bahnhof. Weil eine Jugendliche dort mit einem Stein eine Glasfassade einschlug, rückten ob der Beschwerde eines Anrainers die Beamten an.

Pfefferspray-Drohung zeigte Wirkung

„Wir wussten, dass einer der Jugendlichen mit Suchtgift zu tun hat, deshalb wollten wir auch die Tasche des Angeklagten durchsuchen“, setzt einer der Polizisten fort. Der Wiener war damit nicht einverstanden und die Situation, so Polizisten, eskalierte. „Es ist eine Rangelei entstanden, er hat herumgeschlagen. Wir haben Kollegen um Unterstützung gebeten. Erst, als wir angekündigt haben, Pfefferspray einzusetzen, hat er aufgegeben“, erzählen sie.

Bei der Aktion wurden zwei Polizisten an Hand und Knie verletzt. Woher diese Verletzungen stammen, kann der 22-Jährige nicht erklären. „Die Beamten haben sich durch Ungeschicklichkeit selbst verletzt“, meint dessen Verteidigerin.

Die Richterin möchte medizinische Gutachten einholen, sie vertagt den Prozess.